ArchivDeutsches Ärzteblatt10/2001Anlagen zum Kurarztvertrag

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Anlagen zum Kurarztvertrag

Dtsch Arztebl 2001; 98(10): A-646 / B-499 / C-459

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LNSLNS Anlage 1
Richtlinien zum Inhalt der
kurärztlichen Behandlung

Hinweis:
Da die Richtlinien zurzeit überarbeitet werden, gilt die Anlage 1 zum Kurarztvertrag vom 1. Juli 1995 i. d. F. vom
1. April bzw. 1. Juli 1999 vorerst weiter.


Anlage 2
Qualifikationsanforderung für
verhaltenspräventive Maßnahmen
im Rahmen einer ambulanten
Kurmedizinischen Behandlung (Kurarztqualifikation, Verhaltensprävention)

Bade-/Kurärzte, die im Rahmen einer ambulanten Kurmedizinischen Behandlung verhaltenspräventive Maßnahmen erbringen und abrechnen wollen, bedürfen einer besonderen Qualifikation nach Maßgabe dieser Anlage.

I. Voraussetzungen
Folgende Voraussetzungen müssen nachgewiesen sein, damit die Genehmigung zur Durchführung von verhaltenspräventiven Maßnahmen im Rahmen einer ambulanten Kurmedizinischen Behandlung erteilt werden kann:
1. Nachweis ausreichender Kenntnisse der Präventivmedizin, insbesondere über den Zusammenhang von Risikofaktoren und Krankheitsbildern wie:
– Asthma und Allergien,
– Stoffwechselerkrankungen,
– Herz-Kreislauf-Erkrankungen,
– Gelenkerkrankungen, insbesondere degenerative und entzündliche rheumatische Erkrankungen
2. Nachweis ausreichender Kenntnisse in Gesundheitserziehung, insbesondere themenzentrierte Gesprächsführung mit dem Ziel der Umstellung auf eine gesundheitsbewusste Lebensführung
3. Nachweis ausreichender Kenntnisse über die Möglichkeiten von Selbsthilfegruppen und gruppendynamischen Pro-
zessen zur Verhaltensänderung bei Risikogruppen
4. Nachweis ausreichender Kenntnisse über die kurortspezifischen Möglichkeiten für individuelle gesundheitstrainierende Maßnahmen und Möglichkeiten zum Abbau gesundheitsschädigender Verhaltensweisen
5. Nachweis ausreichender Kenntnisse in Ernährungspsychologie
6. Nachweis von Kenntnissen in Sozialmedizin

II. Nachweise
Die Voraussetzungen nach Teil I. sind entweder nachzuweisen durch:
1. die Vorlage der Zusatzbezeichnung Kurarzt beziehungsweise Badearzt, sofern diese Zusatzbezeichnung nach einer Weiter­bildungs­ordnung erworben wurde, die auf der Musterweiterbildungsordnung des 95. Deutschen Ärztetages von 1992 beruht. Damit sind die in Teil I. Nrn. 1. bis 6. geforderten Kenntnisse nachgewiesen,
oder
2. sofern die Zusatzbezeichnung nicht nach der Musterweiterbildungsordnung von 1992 erworben wurde, gelten die in Teil I. Nrn. 1., 3. und 4. geforderten Kenntnisse als nachgewiesen. Die in Teil I. Nrn. 2., 5. und 6. geforderten ausreichenden Kenntnisse werden durch die erfolgreiche Teilnahme an einem Kurs nachgewiesen, der diese Kenntnisse vermittelt. Die Kursinhalte orientieren sich an den jeweils geltenden Richtlinien zum Inhalt der Weiterbildung für die Zusatzbezeichnung „Kurarzt“ oder „Badearzt“.

III. Verfahren
Für die Erteilung der Genehmigung ist die Kassenärztliche Vereinigung zuständig. Die Genehmigung setzt einen Antrag des Arztes voraus. Antragsberechtigt sind auch an der kurärztlichen Versorgung teilnehmende Nichtvertragsärzte. Die Genehmigungen sollen auf den Quartalsbeginn terminiert werden. Die Kassenärztlichen Vereinigungen teilen ihrerseits rechtzeitig der KÄV die berechtigten Ärzte mit.
Bei der Prüfung und Anerkennung der Voraussetzungen dürfen nur von der KÄV als geeignet anerkannte Kurse berücksichtigt werden. Die KÄV prüft die Voraussetzungen nach II Nr. 2 und entscheidet über die Anerkennung.
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