ArchivDeutsches Ärzteblatt10/2001Verschiedene Rindviehcher

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Verschiedene Rindviehcher

Dtsch Arztebl 2001; 98(10): [108]

Haake, Karl-Wilhelm

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LNSLNS Tägliche Verlogenheit
macht sich in den Medien breit.
Diesmal ist das Rindvieh dran,
das eigentlich nichts dafür kann.

Eis-Wein, Wurm-Fisch, Knickei-Nudeln –
immerzu sie uns besudeln
mit dem, was grad aufgetischt.
Rindviecher hat´s stets erwischt.

Hochtönend heut die Staatsregierung:
unter ihrer Federführung
würde alles viel viel besser.
Doch erst soll´s Rindvieh unters Messer,

weil kreuzgefährlich jeder „Keim“ –
kein Ochse weiß mehr aus noch ein.
Grad wie im dunklen Mittelalter
– damals war noch dabei der Psalter –

keine Ahnung von der „Seuche“
doch Rückgriff auf die dümmsten Bräuche.
Stadt-Tore abends zugemacht,
die Pest bleibt draußen „wohlbedacht“.

Die Ratten lachen sich halb tot,
sie kommen durch, ganz ohne Not.
Macht jetzt nur alles rindviehfrei!
Mal sehen, wann der Haferbrei

oder gar die Marmelade
uns nicht auch bald furchtbar „schade“.
„Schon Mitschurin hat festgestellt,
dass Marmelade Fett enthält.“

Fett ist ganz schädlich – Dioxin!
Für Rindviehcher macht das schon Sinn.
Doch – rindviehfrei – wohl Illusion,
neue Herden warten schon.

Und deren allerdümmsten Kälber
wähl´n wieder ihre Metzger selber.
Auch Ratten wird es weiter geben –
so sicher wie im wahren Leben.

Von diesen wird demnächst bescheinigt:
„Wir haben nur den Markt bereinigt.“
Manch Rindvieh zahlt dann höchste Preise
für genau dieselbe Sch . . .
Prof. Dr. med. habil. Karl-Wilhelm Haake
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