ArchivDeutsches Ärzteblatt11/2001Kassenärzte: Der Kurs steht

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Kassenärzte: Der Kurs steht

Dtsch Arztebl 2001; 98(11): A-649 / B-545 / C-521

Rieser, Sabine

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LNSLNS Lustig dürfen wir noch nicht sein, aber ein bisschen optimistischer schon.“ Mit diesen Worten kommentierte der Erste Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Dr. med. Manfred Richter-Reichhelm, am Montag in Berlin nicht etwa seine Chancen auf Wiederwahl. Die neu zusammengesetzte Ver­tre­ter­ver­samm­lung der KBV wird an diesem Wochenende in Köln einen Vorstand für die nächsten vier Jahre wählen.
Richter-Reichhelm umschrieb vielmehr die Stimmung im Hinblick auf die Signale aus dem Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium seit der Ernennung von Ulla Schmidt (SPD). Schmidt wie auch der Bundeskanzler hätten klar gemacht, dass sie „einige heiße Eisen“ anpacken wollten. Über die Ablösung der Arznei- und Heilmittelbudgets werde derzeit sehr konkret mit der Parlamentarischen Staatssekretärin, Gudrun Schaich-Walch (SPD), und Vertretern der Krankenkassen verhandelt.
Die KBV hat in die Beratungen ein eigenes Konzept eingebracht (DÄ, Heft 9/2001). Ihr Vorsitzender warb nun vor der Presse erneut für die morbiditätsbezogenen Richtgrößen. Daran werde häufig kritisiert, es handele sich ebenfalls um Budgets. Der Unterschied zur bestehenden Regelung sei jedoch, dass ein Arzt nicht regresspflichtig werde, wenn er Mehrverordnungen nachvollziehbar mit dem Bedarf in seiner Praxis begründen könne.
Die Ablösung der bisherigen Budgets ist nicht das Einzige, worauf Richter-Reichhelm drängt. Die KBV will mit der Bundes­ärzte­kammer an der Neugestaltung des Risiko­struk­tur­aus­gleichs beteiligt werden. Außerdem verlangt ihr Vorsitzender, dass die Gesamtvergütung der Ärzte im Osten endlich an Westniveau angeglichen wird. Schließlich muss noch der neue EBM getestet und eingeführt werden, und das bei deutlichem Gegenwind der Krankenkassen.
Richter-Reichhelms Kurs steht fest: „Einlullen lassen wir uns nicht“, sagte er in Richtung Politik. „Wir erwarten Taten, nicht nur Worte.“ Nicht anders sieht das die Ver­tre­ter­ver­samm­lung. Sabine Rieser
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