ArchivDeutsches Ärzteblatt11/2001Arzneimittel: BSE-Vorsorge verschärft

AKTUELL

Arzneimittel: BSE-Vorsorge verschärft

Dtsch Arztebl 2001; 98(11): A-653 / B-548 / C-524

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Verwendung von Risikomaterialien soll
grundsätzlich verboten werden.
Die Bundesregierug will eine mögliche Übertragung von BSE durch Arzneimittel mit schärferen Vorschriften verhindern. Das Bundeskabinett beschloss am 7. März eine Verordnung zum Verbot bestimmter tierischer Stoffe bei der Arzneimittelherstellung. Der Bundesrat muss der Verordnung noch zustimmen.
Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­terin Ulla Schmidt (SPD) erklärte, angesichts weiter bestehender Unsicherheiten über die Übertragungswege von BSE „wollen wir bei der Herstellung von Arzneimitteln Risiken für die menschliche Gesundheit soweit wie möglich ausschließen.“ Ähnlich wie bei Lebensmitteln sollen künftig so genannte Hochrisikomaterialien von Rind, Schaf und Ziege bei der Herstellung von Arzneimitteln grundsätzlich verboten werden. Dazu gehören neben Gehirn und Rückenmark lymphatische Organe wie Mandeln, Thymus oder Milz und der Darm. Bislang galt für derartige Materialien eine Risikoabwägung. Sie durften verwendet werden, wenn das Infektionsrisiko nicht höher lag als das natürliche Risiko, an der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit zu erkranken. Der neuen Einschätzung des BMG zufolge lässt die mögliche Belastung dieser Risikomaterialien mit BSE-Erregern „eine positive Nutzen- Risiko-Belastung für Arzneimittel nicht zu“.
Vertreter der Pharmaindustrie kritisierten den Entwurf. Die Bundesregierung lasse die Besonderheiten bei der Herstellung von Arzneimitteln und bereits vor Jahren eingeführte Schutzmaßnahmen unberücksichtigt. So würden etwa mögliche BSE-Erreger durch Inaktivierungsverfahren abgetötet.
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema