ArchivDeutsches Ärzteblatt11/2001Drogen: Wieder mehr Tote

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Drogen: Wieder mehr Tote

Dtsch Arztebl 2001; 98(11): A-653 / B-548 / C-524

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LNSLNS Die Drogenbeauftragte legt neue Zahlen vor.
Die Zahl der Drogentoten ist im vergangenen Jahr um 11,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen (von 1 812 Drogentoten 1999 auf 2 023 im letzten Jahr). Dies gab die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marion Caspers-Merk (SPD), anlässlich der Fachtagung „Prävention von Drogentodesfällen“ in Berlin bekannt.
Der Trend sei regional unterschiedlich: Während in den neuen Bundesländern, in Bayern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz die Zahl der Drogentoten zugenommen habe, sei sie in Hamburg, Schleswig-Holstein und im Saarland gesunken. Gründe dafür seien nicht genau bekannt. Es sei jedoch auffällig, dass in den Städten, in denen Drogenkonsumräume angeboten werden, die Mortalitätsrate zurückgegangen sei.
Als Ursachen für die insgesamt steigende Zahl der Drogentoten sehen Wissenschaftler den zunehmenden Mischkonsum (vor allem von Alkohol und Benzodiazepinen) sowie Methadon auf dem Schwarzmarkt, das aus Take-home-Dosen abgezweigt und verkauft wird. Bei rund 20 Prozent der drogenbedingten Todesfälle wurde Methadon gefunden. Überdosierungen verursachten etwa 80 Prozent der Todesfälle, in zehn Prozent der Fälle lag suizidale Absicht vor. Die meisten Drogentoten waren langjährige Konsumenten und 35 bis 40 Jahre alt.
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