ArchivDeutsches Ärzteblatt11/2001Weiterbildung: Befugnis überprüfen

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Weiterbildung: Befugnis überprüfen

Dtsch Arztebl 2001; 98(11): A-656 / B-532 / C-503

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LNSLNS Assistenzärzte sollten sich im Vorfeld informieren,
ob ihre Weiterbilder entsprechend befugt sind.
Ein Fallbeispiel: Eine Fachärztin für Dermatologie tritt an einer Universitätsklinik eine Stelle an, um die Zusatzbezeichnung Phlebologie zu erwerben. Nachdem sie ihre Weiterbildung absolviert hat, stellt sie bei der Ärztekammer einen Antrag, um zur Prüfung zugelassen zu werden. Die Kammer lehnt ab. Begründung: An der Klinik verfügt niemand über eine Weiterbildungsbefugnis für Phlebologie, mithin hat sie die Zulassungsvoraussetzungen nicht erfüllt. Da die Ärztekammer sich außerstande sieht, Ausnahmetatbestände anzuerkennen, klagt die Ärztin nun auf Schadenersatz.
„Es gibt mehr solcher Fälle, als man denkt“, sagt
Dr. med. Henning Friebel, Präsident der Ärztekammer Sachsen-Anhalt. Man könne Assistenzärzten nur raten, sich im Vorfeld bei der zuständigen Ärztekammer nach der Befugnis des künftigen Weiterbilders zu erkundigen. Aus Erfahrung wisse er jedoch, dass die meisten dies nicht machten, sondern sich unter anderem auf die Angaben in den Stellenanzeigen verließen. In Fällen wie dem der Dermatologin seien bedauerlicherweise auch der Ärztekammer die Hände gebunden. Jetzt sei die Universitätsklinik gefordert, im Einvernehmen mit der Ärztin eine Lösung zu finden.
Der Personalrat der Klinik hat den Fall „mit Erschütterung“ zur Kenntnis genommen. Gegenüber dem Rektor der Universität hat er darauf hingewiesen, dass es schädigend wirken müsse, wenn die Medizinische Fakultät ärztliche Weiterbildung vertraglich zusichere, obwohl ihr dazu die Voraussetzung fehle. Offenbar war der Klinikdirektor davon ausgegangen, dass eine langjährige Oberärztin über eine Weiterbildungsbefugnis verfügte, ohne sich die Bescheinigung vorlegen zu lassen.
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