ArchivDeutsches Ärzteblatt11/2001Modellprojekte zur Patientenberatung: Die Ärzte sind mit dabei

POLITIK

Modellprojekte zur Patientenberatung: Die Ärzte sind mit dabei

Dtsch Arztebl 2001; 98(11): A-664 / B-540 / C-508

Rieser, Sabine

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LNSLNS Die gesetzlichen Krankenkassen fördern 31 Einrichtungen.

Fast 300 Projekte wurden eingereicht, für 31 hat sich eine Jury im Auftrag der Spitzenverbände der gesetzlichen Krankenkassen nun entschieden: Das Rennen um die zehn Millionen DM Fördergelder für unabhängige Einrichtungen zur Verbraucher- und Patientenberatung ist gelaufen. Sie werden verteilt auf Projekte aus dem Bereich der Ärzteschaft, der Verbraucherzentralen, von Selbsthilfegruppen, Universitäten und Sozialverbänden, unter anderem folgende:
c Die Deutsche Akademie für Kinderheilkunde und Jugendmedizin e.V. und ihre Beratungsstellen Dokumentations- und Informationsstelle für Allergiefragen im Kindesalter (DISA) sowie Dokumentations- und Informationsstelle für Umweltfragen der Kinderärzte (DISU) werden ihre Informationssysteme ausbauen. Beide Einrichtungen betreiben seit sechs Jahren einen interaktiven Online-Informationsverbund für Fachleute. Nun sollen die Informationen für Verbraucher aufbereitet werden.
Info-Telefon für Krebskranke
c Das Deutsche Krebsforschungszentrum in Heidelberg will seinen telefonischen Informationsdienst für Tumorschmerzpatienten ausbauen. Erste Erfahrungen haben gezeigt, dass das Angebot nicht ausreicht. Da zudem das Internet immer häufiger Informationsquelle für Krebspatienten ist, soll das Online-Angebot ergänzend zum telefonischen Dienst erweitert werden.
c Das Institut für Klinische Pharmakologie an der Medizinischen Fakultät der TU Dresden betreibt seit einiger Zeit ein Arzneimittelberatungssystem für Patienten im Großraum Dresden. Nun soll das Angebot so erweitert werden, dass es der gesamten sächsischen Bevölkerung zur Verfügung steht.
c Eine Arbeitsgruppe um Prof. Dr. med. Ingrid Mühlhauser von der Universität Hamburg will im Rahmen ihres Projekts erreichen, dass Patienten/Verbraucher Kriterienkataloge erarbeiten können, nach denen sie von medizinischen Fachgesellschaften wissenschaftliche Informationen zu bestimmten Krankheiten einholen, auswerten und verbreiten. Patienten hätten nämlich bisher keine Möglichkeit, das Nutzen-Risiko-Verhältnis von empfohlenen Behandlungen oder diagnostischen Maßnahmen abzuschätzen. In einem zweiten Teil sollen Kursprogramme entwickelt und erprobt werden, um Patientenvertreter für die Teilnahme zum Beispiel an klinischen Forschungsprojekten zu schulen.
c Dr. med. Martin Grunwald von der Universität Leipzig hat 1998 zusammen mit Kollegen einen Internet-Beratungs- und Informationsdienst zum Thema Essstörungen gegründet. Im Rahmen des Modellprojekts soll erforscht werden, wie gut die medizinisch-klinischen Versorgungsstrukturen für diese Patienten und ihre Angehörigen sind. Darüber hinaus sollen ein Online-Beratungsnetzwerk und ein Verteilungsnetzwerk für Akutpatienten entstehen.
c Seit 1996 gibt es den Verein „Patienten-Ombudsmann/-frau Schleswig-Holstein“. Zudem hat die dortige Ärztekammer ein Informationsangebot im Internet aufgebaut: „ArztFindex“. Nun will der Verein den Internetdienst „MedFindex“ gründen, der interessierte Anbieter der Region zu einem Gesundheits-Informationsdienst vereint.
c Ein „Netzwerk Patientenberatung NRW“ soll in Nordrhein-Westfalen entstehen. Ziel ist es, qualifizierte Beratungsangebote weiter- und neu zu entwickeln. Beteiligt sind die Ärzte- und Apothekerkammern, die Kassenärztlichen Vereinigungen und weitere Organisationen. Sabine Rieser
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