ArchivDeutsches Ärzteblatt11/2001Medizin der Goethezeit. Christoph Wilhelm Hufeland und die Heilkunst des 18. Jahrhunderts

BÜCHER

Medizin der Goethezeit. Christoph Wilhelm Hufeland und die Heilkunst des 18. Jahrhunderts

Dtsch Arztebl 2001; 98(11): A-684 / B-574 / C-547

Pfeifer, Klaus

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Medizingeschichte
Bewunderung für Hufeland
Klaus Pfeifer: Medizin der Goethezeit. Christoph Wilhelm Hufeland und die Heilkunst des 18. Jahrhunderts. Böhlau Verlag, Köln u. a., 2000, X, 293 Seiten, 34 SW-Abbildungen, gebunden, mit Schutzumschlag, 58 DM
Im Mittelpunkt des mit großem Engagement zusammengestellten Buches steht die Biografie von Christoph Wilhelm Hufeland (1762 bis 1836), des Arztes von Wieland, Herder, Goethe und Schiller und zahlreicher gekrönter Häupter, der als Professor in Jena und Berlin glänzte und mit seiner „Makrobiotik“ ein (wenn auch ziemlich eklektisch argumentierender) Bestsellerautor des 19. Jahrhunderts wurde. Der Autor verheimlicht seine (etwas kritiklose) Bewunderung für Hufeland nicht. Die allgemeinen Betrachtungen zur Medizin der Goethe-Zeit basieren nicht immer auf der neuesten Literatur. Gleichwohl stellt das Buch eine bemerkenswerte, für Ärzte und medizinhistorisch interessierte Laien verfasste Einführung in die Welt der deutschen Medizin preußischer Prägung um 1800 dar.
Der Autor benutzt zahlreiche zeitgenössische Quellen und verfügt über umfassende landeskundliche und literaturhistorische Kenntnisse, sodass er das Leben des bedeutenden Arztes detailliert zu schildern vermag. Obgleich zu Hufelands ärztlicher und schriftstellerischer Rolle kaum wirklich Neues gesagt wird, dürften manche biografischen Einzelheiten, etwa seine Rolle als einer der Promotoren des deutschen Engagements für den griechischen Freiheitskampf, bisher nur wenigen bekannt geworden sein.
Skepsis scheint dagegen hinsichtlich des Versuchs angebracht, Hufelands Hausapotheken-Empfehlungen beziehungsweise Therapievorschläge aus heutiger Sicht auf ihre Effizienz zu überprüfen. Was Hufeland in der heutigen Ethik-Debatte interessant macht, ist sein zutiefst menschliches Konzept der Medizin, sein Interesse an Philosophie und Ethik, seine enge Bindung zu den Kulturwissenschaften. Klaus Bergdolt
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema