ArchivDeutsches Ärzteblatt11/2001Ärztlicher Versicherungsbedarf: Auswahl fällt schwer

VARIA: Wirtschaft - Versicherungen

Ärztlicher Versicherungsbedarf: Auswahl fällt schwer

Dtsch Arztebl 2001; 98(11): [87]

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LNSLNS Versicherungsvertreter offerieren den Ärzten eine Vielzahl von Policen. Nicht alle sind notwendig.
Bei der betriebswirtschaftlichen Untersuchung von Arztpraxen stehen auch Art und Umfang der Versicherungen auf dem Prüfstand. Dabei stellt sich immer wieder heraus, dass zu viele und zu teure Versicherungen abgeschlossen wurden, die sich teilweise sogar in ihrer Wirkung aufheben. Der Kölner Praxisberater Oliver Frielingsdorf hat zusammengestellt, welche Versicherungen für den Arzt notwendig, welche möglich und welche überflüssig sind.
Als Existenz sichernd beziehungsweise gesetzlich vorgeschrieben gelte die Berufshaftpflicht mit maximal möglicher Deckungssumme; die Privathaftpflicht ist im Vertrag eingeschlossen und muss nicht extra abgeschlossen werden („Achtung: Die Versicherung kann bei jedem Schadensfall gekündigt werden. Bei einer kombinierten Berufs- und Privathaftpflicht besteht die Gefahr, die Berufshaftpflicht aufgrund ei-nes Schadens im Privatbereich zu verlieren.“); die Kfz-Haftpflicht; die Kranken- und Pflegeversicherung; Berufsunfähigkeitsabsicherung; Praxisinventar mit Betriebsunterbrechungen im Schadensfall sowie Krankentagegeld („Besser erst ab 21. Tag, dafür hoher Tagessatz.“) und Berufsunfähigkeit im Krankheitfall.
Sinnvoll und notwendig bei entsprechendem Bedarf und zur Absicherung des Todesfalls sind Frielingsdorf zufolge: Risikolebensversicherung, Kapitallebensversicherung, betriebliche Altersversorgung (Direktversicherung für Arzthelferinnen), Kinderunfall-, Praxisgebäude-, Hausrat- und Elektronikversicherung. Als überflüssig („Bei Liquiditätsproblemen sofort kündigen!“) beurteilt der Praxisberater eine zusätzliche Rentenversicherung, wenn sie ausschließlich der Versicherungsnehmer bezahlt, Sterbegeld, Kinderausbildung, Aussteuer, Rechtsschutz, Krankenhaustagegeld, Regress, Insassenunfall, Unfall und Reisegepäck.
Zum Thema Risikolebensversicherung, Kapitallebensversicherung und anderer kapitalbildender Versicherungen meint Frielingsdorf: Grundsätzlich sei ohne Berücksichtigung steuersparender Effekte das eigene Anlegen des verfügbaren monatlichen Betrages, zum Beispiel in wenig spekulative Fonds, lukrativer als kapitalbildende Versicherungen. Wer selbst anlege, spare Kosten für Verwaltung und Provision. Eine kapitalbildende Versicherung könne profitabler sein, wenn der eigene Steuersatz über 30 Prozent liege und der Sonderausgabenfreibetrag noch nicht ausgeschöpft sei. Das sei jedoch bei den meisten Ärzten, aufgrund der Beiträge zum Versorgungswerk, schon zur Jahresmitte der Fall. Kredite sollten Ärzte mit einer Risikolebensversicherung mit degressiver Versicherungssumme gegen den Todesfall absichern. WZ
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