ArchivDeutsches Ärzteblatt37/1996Abzocker-Gurus: Rechenschaft vor dem Patienten

SPEKTRUM: Leserbriefe

Abzocker-Gurus: Rechenschaft vor dem Patienten

Davidis, Th.

Zu dem Kommentar von Dr. med. Hans Gerhard Hammerschmidt auf "Seite eins", Heft 30/1996 eine charakteristische Auswahl aus den bei der Redaktion eingegangenen Leserbriefen
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LNSLNSLNSLNS In unerträglicher Einseitigkeit wird hier auf Seite 1 des Deutschen Ärzteblattes der Ärzteschaft eine schallende Ohrfeige verpaßt. Nicht dem Kollegen, der sich aus seiner Sicht völlig verständlich gegen
die Misere wehren möchte, sondern den Machern unserer "Pflichtlektüre" gilt mein Vorwurf! Niemandem dient in der heutigen Situation eine derartig unsachlich-emotionale Suche nach kriminellem Potential unter den Ärzten als denjenigen, die das Chaos angezettelt haben. Liebe Kolleginnen und Kollegen, lassen wir uns nicht als eine Gruppe von Menschen, die ein gemeinsames Ziel verfolgen, anderen Menschen zu helfen - gut, sehr gut zu helfen -, von irgendwelchen Interessengruppen auseinanderdividieren.
- Mögen diese aus unseren Reihen kommen, aus Mißverständnis über die eigentlichen Hintergründe der derzeitigen Situation.
- Mögen diese aus gesellschaftlicher Mißgunst oder ähnlichen Quellen resultieren, denen das konstant hohe Ansehen der Ärzte nicht paßt.
- Mögen diese sich aus Politik oder Wirtschaft rekrutieren, um in Wirklichkeit eigene Ziele zu verfolgen.
Wir Ärzte, so inhomogen wir als Gruppe auch sein mögen, sollten nur unseren Patienten rechenschaftspflichtig sein. Lassen wir uns nicht, auch von eigenen Funktionären nicht, in Gruppen auseinanderdividieren in Haus-, Fach- oder sonstige Ärzte . . . Konkret: Wenn die Systeme, Versicherungen, KVen oder ähnliche administrative Organisationen, nicht mehr bereit sind, ihre eigentlichen Aufgaben zu erfüllen, nämlich Ärzten fachfremde Arbeiten abzunehmen, um ihnen den Freiraum für die eigentlichen Aufgaben zu gewährleisten, wenn sie beginnen, aus ihrer Aufgabe eine Machtstellung herzuleiten, wenn daraus Drohungen resultieren und Zustände, wie sie in keinem anderen Land der Welt überhaupt denkbar sind: daß sich Ärzte mehr mit abrechnungstechnischen Inhalten beschäftigen müssen als mit fachlicher Fortbildung, einfach um ihr nacktes Überleben zu retten, dann heißt die Konsequenz ganz einfach: Danke! Das war's! KV - nein, danke!
Florian Th. Davidis, Augsburger Straße 384, 70327 Stuttgart (Untertürkheim)
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