ArchivDeutsches Ärzteblatt12/2001Ausbildung: Multimediale Lernsysteme

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Ausbildung: Multimediale Lernsysteme

Dtsch Arztebl 2001; 98(12): A-728 / B-614 / C-582

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LNSLNS Charité verbessert Medizinerausbildung durch multimediale Lehre.

Seit Dezember 2000 gibt es an der Charité das „Kompetenzzentrum Multimediale Lehre“, das sich mit der Katalogisierung von Lernhilfen auf CD-ROM oder im Internet beschäftigt. In einem zweiten Schritt will die medizinische Fakultät der Humboldt Universität jetzt multimediale Lerneinheiten zu Systemen zusammenstellen und in die Lehre integrieren. Für die Entwicklung zweier Lernprogramme und die Teilnahme an mehreren externen Projekten erhält die Charité vom Bundesministerium für Bildung und Forschung 13 Millionen DM.
Das charitéeigene Projekt Meduc@se widmet sich der Entwicklung von Programmen, die das problemorientierte Lernen (POL) unterstützen, wie es in dem an der Charité eingerichteten „Reformstudiengang Medizin“ praktiziert wird. Dabei wird ein Thema, ausgehend von einem virtuellen Krankheitsfall, erarbeitet. Das dafür notwendige Wissen wird aus den einzelnen Fächern, etwa der Anatomie, der Physiologie, der Unfallheilkunde oder der Rehabilitation zusammengefügt. POL unterscheidet sich damit vom enzyklopädischen Lernen, bei dem das Wissen – nach Fächern getrennt – im Laufe der Jahre erworben wird.
Meduc@se kann auf die Benutzeroberfläche D.O.K.T.O.R. (Digitale Online Klinisch-Tutoriale Oberfläche mit Realtimetest) zurückgreifen. Diese ermöglicht es, das Internet einzubeziehen und theoretisches Wissen durch Umschalten auf den virtuellen „Hörsaal“ zu erweitern. Zunächst sollen Fälle aus der Infektiologie, der Gynäkologie und der Zahnmedizin erarbeitet werden – ergänzt um Module aus theoretischen Fächern, beispielsweise aus der Pathologie und der Mikrobiologie. Einbezogen wird auch der „Eagle Simulator“, eine elektronisch gesteuerte Puppe, an der diagnostische und therapeutische Aktionen simuliert werden können (siehe www. charite.de „Medizin für die Medien“ 10-1999).
Gefördert wird auch das Projekt SYMPOL (Systematisches multimediales und problem-orientiertes Lernen), das die internetbasierte Multimedialisierung sämtlicher Hauptvorlesungen beinhaltet. Dies wird zunächst für die Gebiete der Anatomie, Pathologie, Rechtsmedizin und Radiologie durchgeführt. Entwickelt wird ein Netz didaktisch und multimedial optimierter klassischer Lehreinheiten, auf das Module der fallorientierten Wissensvermittlung aufgesetzt werden. Das entstehende dreidimensionale Lernsystem soll den Studenten die klassisch-systematische und die fallorientiert-vernetzte Wissensaneignung ermöglichen. Das System kann in Vorlesungen oder im Selbststudium genutzt werden.

Das Lernsystem kann in Vorlesungen und im Selbststudium genutzt werden.
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