ArchivDeutsches Ärzteblatt12/2001Mitteilungen: Qualitätssicherung in der Kernspintomographie

BEKANNTGABEN DER HERAUSGEBER: Kassenärztliche Bundesvereinigung

Mitteilungen: Qualitätssicherung in der Kernspintomographie

Dtsch Arztebl 2001; 98(12): A-785 / B-665 / C-633

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LNSLNS Bundes­aus­schuss der Ärzte und Krankenkassen

Der Bundes­aus­schuss der Ärzte und Krankenkassen hat nachfolgend abgedruckte „Richtlinien über Kriterien zur Qualitätsbeurteilung in der Kernspintomographie“ beschlossen. Rechtliche Grundlage ist der § 136 des Sozialgesetzbuches V. Die Richtlinien treten am 1. April 2001 in Kraft. Sie dienen den Kassenärztlichen Vereinigungen als Grundlage für die Durchführung von Prüfungen der Qualität von Leistungen der Kernspintomographie, die in der vertragsärztlichen Versorgung erbracht wurden (Ergebnisqualität). Gegenstand der Prüfungen sind nach den Richtlinien die Qualität der kernspintomographischen Untersuchung mit ihren diagnostischen Informationen sowie die Nachvollziehbarkeit und Schlüssigkeit der medizinischen Fragestellung, Indikation und Befundung. Die Prüfungen erfolgen im Rahmen von Stichproben.
Den Regelungen, unter welchen Voraussetzungen die Indikation für eine kernspintomographische Untersuchung als begründet angesehen wird, liegt die Vorstellung zugrunde, dass sich Patientenprobleme grundsätzlich nur im kollegialen Zusammenwirken zwischen behandelndem und kernspintomographisch tätigem Arzt adäquat lösen lassen. Dieses erfordert im Falle der Überweisung vom behandelnden Arzt, aus den Beschwerden des Patienten und den klinischen Befunden eine auf die Kernspintomographie fokussierte medizinische Fragestellung abzuleiten und die notwendigen Informationen dem kernspintomographisch tätigen Arzt zur Verfügung zu stellen. Aufgabe des kernspintomographisch tätigen Arztes ist insbesondere die Beurteilung, ob bezogen auf das Patientenproblem und die medizinische Fragestellung eine weiterführende Aussage zur Diagnose bzw. Therapieentscheidung mit der Kernspintomographie erwartet werden kann und ggf. konkurrierende Untersuchungsmethoden (z. B. Computertomographie, Sonographie) bestehen, mit denen die medizinische Fragestellung gleichwertig beantwortet werden kann. Bei der Entscheidung, ob alternativ eine konkurrierende Untersuchungsmethode anzuwenden ist, sind die ggf. höheren Risiken für den Patienten (z. B. ionisierende Strahlen bei Kindern) und die Kosten zu berücksichtigen. Eine kernspintomographische Untersuchung, welche der kernspintomographisch tätige Arzt aus seiner Sicht nicht für indiziert hält, darf in der vertragsärztlichen Versorgung nicht durchgeführt werden.
Die Anforderungen an die Bildqualität sind organ- bzw. indikationsbezogen festgelegt. Sie umfassen insbesondere die kritischen Bildelemente und die relevanten Messbedingungen (z. B. Schichtdicke, Matrix, Messfeld, Messsequenz). Die kritischen Bildelemente beschreiben organtypische Strukturen, welche für die diagnostische Aussage und für die Qualität der Aufnahme repräsentativ sind. Sie müssen gut erkennbar und artefaktfrei dargestellt sein. Die Beurteilungskriterien für die Bildqualität beschreiben den derzeitigen allgemeinen medizinischen Standard für die Kernspintomographie. Sie entsprechen den Anforderungen, welche hierzu in den „Leitlinien der Bundes­ärzte­kammer zur Qualitätssicherung der Magnet-Resonanz-Tomographie“ festgelegt sind (s. Deutsches Ärzteblatt, Heft 39, 29. September 2000, S. A 2557–2568).
Ferner sind in den Richtlinien Anforderungen an die Dokumentation einer kernspintomographischen Untersuchung im Hinblick auf die Indikationsstellung, die Durchführung und das Untersuchungsergebnis festgelegt. !
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