ArchivDeutsches Ärzteblatt12/2001Ich geb’s noch lange nicht auf

VARIA: Schlusspunkt

Ich geb’s noch lange nicht auf

Dtsch Arztebl 2001; 98(12): [88]

Pfleger, Helmut

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LNSLNS Zum Abschluss des letzten Ärzteturniers versprach der 88-jährige Nestor Dr. med. Rudolf Faulhaber: „Und wenn mich der Herrgott nicht auf den Friedhof holt, bin ich nächstes Jahr wieder dabei!“
Der Herrgott hat die „Sache Faulhaber“ (vermutlich in enger Abstimmung mit dem Deutschen Ärzteblatt, welches ihn auf ewig an sein Turnier binden will) auf unbestimmte Zeit verschoben. So schrieb er mir Anfang des Jahres: „Ich geb’s noch lange nicht auf: unser geliebtes Schach, das schönste mathematische Spiel der Welt!“
Es muss wohl so sein, sonst hätte er nicht letztes Mal, nach drei anstrengenden Vormittagsrunden, noch unbedingt in der Mittagspause freie Partien spielen wollen, bis seine Begleitung ihn sanft, aber bestimmt darauf hinwies, dass es außer Schach noch zwei weitere menschliche Grundbedürfnisse gäbe, nämlich Mittagessen und Ausruhen.
Früh wurde ihm und seinen Brüdern der Schachvirus vom Vater eingeimpft.
Die „Büchenbacher Bauernbübchen“ gewannen alle Turniere im Neuen Gymnasium Nürnberg. Im 1961 von Dr. Faulhaber gegründeten Schachklub Büchenbach mit heute über 100 Mitgliedern spielt er immer noch (bei insgesamt acht Mannschaften) am zweiten Brett der fünften Seniorenmannschaft – mit wechselndem Erfolg.
Mit vollem Erfolg trat er hingegen 1937 als Linksaußen für den 1. FC Nürnberg gegen den Ball. Die Zeitung schrieb (beim gewonnenen Spiel gegen Bayern München): „Faulhabers Flanken waren brauchbar, und vor allem pflegt er ein Spiel ohne Künstelei und doch mit Selbstvertrauen und Zielsicherheit.“
Tja, so spielt er auch Schach, und doch meinte er, keine der Veröffentlichung würdige Kombination zu haben. Stattdessen schickte er mir folgende Aufgabe:
Dr. Faulhaber: „Ein König und ein Springer allein gegen alle 16 Figuren! Und dieser Springer setzt in 12 Zügen matt! Das kann man nicht für möglich halten!“ Nun ja, warum eigentlich nicht, wenn Dr. Faulhaber mit 100 Jahren das Ärzteturnier gewinnt, abends am Klavier und mit Geige die Ärzte erfreut (wie geschehen) und sein Flugkopfball in der Fußball-Altherren-Mannschaft von Büchenbach zum „Tor des Monats“ gewählt wird?!
Doch zuvor setzen Sie bitte matt!

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