VARIA: Schlusspunkt

Rent-a-dent

Combach, Rolf

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LNSLNS Endlich ist im Streit zwischen Zahnärzten, Krankenkassen und Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt ein Ausweg gefunden worden. Wie aus zuverlässiger Quelle in Berlin verlautet, wird am 1. April eine Art Leasing-Modell für Zahnersatz eingeführt. Sein Name – Rent-a-dent – verdeutlicht die Vorteile einprägsam.
Der Patient wird, im Gegensatz zum geltenden Recht, davon befreit, die hohe Eigenbeteiligung auf einmal an die Zahnärzte zu zahlen und seinem Kassenzuschuss hinterherzulaufen. Auf ihn kommt je nach Ausstattung der Prothese ein Mietbetrag von fünf bis 15 DM monatlich zu. Fordert er vor Ablauf von zehn Jahren ein neues Modell, so hat er eine Abstandszahlung zu entrichten. Wird der Zahnersatz hingegen länger als 15 Jahre getragen, entfällt die monatliche Miete. Die Rent-a-dent-Prothese wird in kasseneigenen zahntechnischen Labors hergestellt und bleibt Eigentum der Krankenkassen. Sie kann über eine Wiederverwertung nach Rückgabe verfügen. Um dies praktikabel zu machen, wird der Zahnersatz standardisiert. Denkbar sind fünf Gebiss-Kategorien, die über Kieferorthopädie an den Mann und die Frau gebracht werden. Kinder sollen bereits beim Durchbruch der ersten Milchzähne kieferorthopädisch auf eine der Gebiss-Kategorien getrimmt werden. Alle Träger des Zahnersatzes Marke „Rent-a-dent“ sind verpflichtet, damit sorgfältig umzugehen und ihn ständig in hygienisch einwandfreiem Zustand zu halten. Dazu schließen die Krankenkassen einen Sonderlieferungsvertrag mit einem bekannten Hersteller eines Reinigungspräparates. Die Kombination soll in gemeinsamer Werbung deutlich werden: „Wer es kennt, nimmt Rent-a-dent!“
Grundlage für das revolutionäre Streit-Schlichtungs-Modell sind die §§ 62 und 33 Abs. 5 GKV-Ges. Ref. Ges. Durch die Experimentierklausel können die Kassen die Möglichkeit, dem Versicherten Hilfsmittel nur leihweise zu überlassen, auf den Zahnersatz übertragen.
Rolf Combach
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