ArchivDeutsches Ärzteblatt13/2001Fortbildung: Selbstverpflichtung

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Fortbildung: Selbstverpflichtung

Dtsch Arztebl 2001; 98(13): A-797 / B-658 / C-645

Gerst, Thomas

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LNSLNS Der Arzt, der seinen Beruf ausübt, ist verpflichtet, sich in dem Umfange beruflich fortzubilden, wie es zur Erhaltung und Entwicklung der zu seiner Berufsausübung erforderlichen Fachkenntnisse notwendig ist.“ So steht es in der zuletzt 1999 auf dem 102. Deutschen Ärztetag in Cottbus neu gefassten (Muster)-Berufsordnung. Nach jahrelangen Diskussionen sprachen sich die Delegierten auf demselben Ärztetag für die Einführung der zertifizierten Fortbildung auf freiwilliger Basis aus. Jeder Arzt soll künftig auch gegenüber seinen Patienten mit einem Zertifikat den Stand seiner kontinuierlichen Fortbildungsaktivitäten dokumentieren können.
Wenig Vertrauen in die freiwillige Selbstverpflichtung der deutschen Ärzte zur Fortbildung setzt der Sachverständigenrat für die Konzertierte Aktion im Gesundheitswesen mit seinem in der vergangenen Woche vorgelegten Gutachten (dazu auch der Bericht unter „Politik“ in diesem Heft). Alle Ärzte sollen sich in regelmäßigen Zeitabständen einer Prüfung unterziehen und so den Nachweis erfolgreicher Fortbildung erbringen. Anstatt auf Freiwilligkeit der Fortbildung setzt der Sachverständigenrat auf Reglementierung, wobei er sich Details zur Durchführung allerdings erspart.
Die Ärzte haben selbst die Entscheidung darüber in der Hand, welcher Weg künftig eingeschlagen wird. Der Deutsche Senat für Ärztliche Fortbildung hat mit einheitlichen Bewertungskriterien für den Erwerb des freiwilligen Fortbildungszertifikats die notwendigen Rahmenbedingungen für die bundesweite Umsetzung geschaffen. In dem Maße, in dem die Ärzte mit reger Teilnahme dem Fortbildungskonzept auf freiwilliger Basis zum Erfolg verhelfen, wird die Zahl der Kritiker zurückgehen, die über den Fortbildungsstand der Ärzte Klage führen. Diejenigen Ärzte ohne Zertifikat im Wartezimmer werden sich kritische Fragen der noch verbliebenen Patienten gefallen lassen müssen. Ohne rege Beteiligung der Ärzte bliebe das Projekt jedoch auf der Strecke. Dann wird erneut die Diskussion über staatlich reglementierte Fortbildung aufleben. Thomas Gerst
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