ArchivDeutsches Ärzteblatt13/2001Alkohol: Unkontrollierter Konsum

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Alkohol: Unkontrollierter Konsum

Dtsch Arztebl 2001; 98(13): A-800 / B-680 / C-648

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LNSLNS Immer mehr Jugendliche nutzen Alkohol wie eine Droge.

Alkohol wird von Jugendlichen in fast allen europäischen Ländern wie eine Freizeitdroge genutzt, mit der schnell ein Rauschzustand erreicht werden soll.“ Dies ist das Ergebnis einer Studie im Auftrag der Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO), bei der jeweils 4 500 Schülerinnen und Schüler in 24 europäischen Staaten befragt wurden. Bei den befragten deutschen 15-Jährigen gaben 36 Prozent der jungen Männer und 31 Prozent der Frauen mindestens zwei alkoholische Rauscherlebnisse im zurückliegenden Jahr an. Immer häufiger kommt es zum Rauschtrinken, immer weniger wird Alkohol als Genussmittel zu Mahlzeiten konsumiert.
Prof. Dr. Klaus Hurrelmann und Dr. Wolfgang Settertobulte von der Universität Bielefeld deuten dies als zunehmende Bereitschaft zur Selbstmanipulation, die durch die Alkoholwerbung noch unterstützt werde. Mit Besorgnis sehen die Wissenschaftler zudem, wie sich die Grenzen zwischen dem legalen und illegalen Schwarzmarkt verwischen und Alkohol konsumierende Jugendliche in den illegalen Schwarzmarkt hineingezogen werden. „Alkohol ist dabei, mit kräftiger Unterstützung von tiefenpsychologisch ansetzender Werbung, zu einer Lifestyle-Droge zu werden, mit der schon Jugendliche einen unkontrollierten, freizügigen und risikofreudigen Lebensstil demonstrieren wollen.“ Dringend erforderlich seien weitere präventive Maßnahmen, um den Einstieg in den Alkoholkonsum zu erschweren.


Die Welt­gesund­heits­organi­sation befragte Jugendliche aus 24 europäischen Staaten zum Umgang mit Alkohol.


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