ArchivDeutsches Ärzteblatt13/2001Das besondere Buch: Ärzteschaft - Nützlicher Ratgeber

POLITIK

Das besondere Buch: Ärzteschaft - Nützlicher Ratgeber

Dtsch Arztebl 2001; 98(13): A-808 / B-668 / C-624

Jachertz, Norbert

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LNSLNS Die Struktur ärztlicher Organisationen ist sehr kompliziert, doch Franz Stobrawa schafft es, sie verständlich zu erklären.
Die Presse spricht oft leichthin von „den Ärzten“ oder „der Ärzteschaft“. Gemeint sind dann meistens bestimmte ärztliche Spitzenorganisationen, die ärztliche Auffassungen formulieren.
Tatsächlich gibt es „die Ärzteschaft“ nicht, erst recht nicht als jenen monolithischen Block, als den politische Gegenspieler „die Ärzte“ oft empfinden mögen.
Das ärztliche Organisations- und Verbandswesen ist vielmehr höchst
differenziert und kompliziert. Da gibt es die Ärztekammern mit vie-
lerlei Untergliederungen und einem Überbau, der Bundes­ärzte­kammer, die eine Arbeitsgemeinschaft der Lan­des­ärz­te­kam­mern ist. Da gibt es für die Vertragsärzte die Kassenärztlichen Vereinigungen, die in ähnlicher Weise konstruiert sind, bis hin zur Kassenärztlichen Bundesvereinigung, einer Körperschaft, im Unterschied zur Bundes­ärzte­kammer, die ein
Verein ist. Es gibt daneben und darüber hinaus eine Vielzahl ärztlicher Verbände mit freiwilliger Mitgliedschaft und nicht zuletzt Hundertschaften von fachbezogenen Vereinigungen und wissenschaftliche Gesellschaften.
Eine klare Struktur in das Dickicht der ärztlichen Organisation bringt Franz Stobrawa mit seinem Buch. Die Vielfalt ist für Stobrawa Ausdruck der Gestaltungskraft der ärztlichen Organisationen, der demokratischen Reife wie auch der politischen Kultur. Ärztliche Selbstverwaltung gewinne zunehmend an Bedeutung für Gesellschaft, Staat und Politik. Der Autor kennt sein Metier; er ist Dezernent bei der Bundes­ärzte­kammer. Er beschreibt zunächst die wesentlichen Organisationen, ihre Rechtsgrundlage, ihre Aufgaben, ihre Geschichte. Dazu liefert er eine kurz gefasste Übersicht über die ärztliche Berufspolitik seit Bestehen einer organisierten Ärzteschaft, und schließlich gibt er (sowie Bundes­ärzte­kammer-Präsident Prof. Dr. Jörg-Dietrich Hoppe in einem Geleitwort) Einblick in die gegenwärtige gesundheitspolitische Lage, Probleme und Herausforderungen, denen sich die Interessen- und Berufsvertretungen der Ärzte gegenwärtig stellen müssen. Schließlich enthält das Buch in einem Anhang eine Fülle nützlicher Anschriften, einschließlich Telefon- und E-Mail-Verbindungen.
Es scheint kaum glaublich, dass der Autor es schafft, eine solche Themenfülle auf 224 Seiten unterzubringen. Und doch – es ist ihm gelungen. Das Buch ist ein nützlicher Ratgeber für alle, die mit „der Ärzteschaft“ zu tun haben. Der Rezensent hat das handliche Nachschlagewerk griffbereit auf dem Schreibtisch, und das schon seit Jahren. Denn „der Stobrawa“ erscheint nunmehr in der dritten, gründlich überarbeiteten Auflage. Auch das ist ein Zeichen, dass er gebraucht wird. Norbert Jachertz


Franz F. Stobrawa: Die ärztlichen Organisationen in Deutschland. Entstehung und Struktur. W. Zuckschwerdt Verlag, München, 3. Auflage 2001, 224 Seiten, gebunden, zahlreiche Abbildungen und Tabellen, Preis: 57,30 DM
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