ArchivDeutsches Ärzteblatt13/2001Chrysler-Voyager: Zum Erfolg verdammt

VARIA: Technik

Chrysler-Voyager: Zum Erfolg verdammt

Dtsch Arztebl 2001; 98(13): A-856 / B-728 / C-612

Werner, Helmut

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LNSLNS Chrysler will mit der überarbeiteten Großraumlimousine Voyager an bessere Zeiten anknüpfen und sich auf dem europäischen Markt neu positionieren.


Die zuletzt arg gebeutelten DaimlerChrysler-Aktionäre können wieder Hoffnung schöpfen. Was da aus Graz/Ferrara an automobiler Hardware ab 31. März in den deutschen Chrysler-Vertriebsstätten auf Käufer wartet, wirkt optisch nicht nur ansprechend, sondern kann sich hinsichtlich Technik, Sicherheit Komfort und Funktionalität durchaus mit der starken europäischen Konkurrenz messen.
Der Erfinder des Mini-Van versucht mit der vierten Generation des Voyager (die er in Graz/Österreich fertigen lässt) seine Position zu verbessern und die guten sechs Prozent Marktanteil des letzten Jahres in Deutschland im Segment Großraumlimousine zu übertreffen. Die Chancen stehen nicht schlecht, denn die in der Vergangenheit häufig kritisierten Mängel in puncto Sicherheit wurden konsequent beseitigt.
Dies konnte durch eine völlig neue Karosseriestruktur erreicht werden, die deutlich verstärkt wurde, um die europäischen Anforderungen für den seitlich versetzten Frontalaufprall zu erfüllen. Zusätzliche Seiten-Airbags für Kopf und Brustkorb und Front-Airbags, die abhängig von der Schwere des Aufpralls in zwei Stufen auslösen, eine völlig neu konstruierte Lenksäule, die bei einem Frontalaufprall die eingeleitete Energie absorbiert und steuert, und eine verbesserte Bremsleistung durch größere Bremsen und ABS sind die Hauptmerkmale der neuen Sicherheit made in USA/Austria.
Unter dem neuen Sicherheitsaspekt können auch die elektrisch betriebenen Schiebetüren mit Widerstandssensor („Limited“) eingeordnet werden. Das Gleiche gilt für die Heckklappe: Es genügt ein kurzer Druck auf die Fernbedienung, und die Heckklappe öffnet sich bis zum Anschlag.
Der Voyager wird in drei Ausstattungsvarianten geliefert: SE (Grundausstattung), LX (Komfort) und Limited (Luxus). Zudem wird er mit kurzem (Voyager) oder langem (Grand Voyager) Radstand angeboten. Standardgaragenbesitzer sollten allerdings erst mal zum Zollstock greifen und ihre Garage ausmessen, denn mit langem Radstand misst er stolze 5,09 Meter.
Als Grundmotorisierung dient ein 2,4-Liter-Vierzylinder mit 108 kW (147 PS), die Topmotorisierung markiert der 128 kW (174 PS) starke 3,3 Liter große V6, der ausschließlich mit einer Viergangautomatik gekoppelt ist. Letzterer vermittelt naturgemäß den meisten Fahrspaß, hängt vorzüglich am Gas, schaukelt sich bei engen Kurven allerdings leicht hoch, und die Lenkung könnte etwas direkter sein. Sonst gibt’s bis auf die etwas zu kurz geratenen Vordersitze (ist bei deutschen Topmodellen nicht anders) nichts zu kritisieren. Rundumblick (durch die höhere Sitzposition), Kopffreiheit und Platzangebot vorne und hinten sind hervorragend. Roll-, Wind- und Motorgeräusche sind kaum wahrzunehmen.
Die serienmäßige Komfortausstattung im Spitzenmodell lässt keine Wünsche offen (unter anderem Zweizonenklimaanlage, Radio mit CD-Wechsler, Bordcomputer, Sitzheizung, Alarmanlage). Besonders pfiffig ist der mit drei Handgriffen schnell zu bewerkstelligende Ausbau der hinteren Sitze. Auf Rollen können die Sitze in die Garage geschoben werden.
Die Spitzengeschwindigkeit des 3,3 Liter V6 liegt bei 179 km/h. Der Durchschnittsverbrauch wird mit 12,7 Litern auf 100 Kilometern angegeben. Die Preise für die neuen Chrysler-Voyager-Modelle beginnen bei 52 900 DM für das Basismodell Voyager 2.4 SE und enden beim topausgestatteten Spitzenmodell Grand Voyager 3.3 Limited All wheel drive mit 90 900 DM.
Neben den Benzinerversionen bietet Chrysler auch einen Selbstzünder an. Der 2,5-Liter-Turbodiesel mit Common-Rail-Direkteinspritzung leistet 104 kW (142 PS) und wird mit 7,7 Liter Diesel auf 100 Kilometern angegeben. Er erfüllt die Euro-Abgasnorm III, bringt aber Ärger mit dem Finanzamt. Weil das zulässige Gesamtgewicht über 2,5 Tonnen liegt, verwehrt die Behörde dem 2.5 CRD die steuerliche Einstufung Euro III – macht 50 DM mehr im Jahr für die Einstufung in Euro II. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 185 km/h, den Sprint auf 100 km/h absolviert er in 13 Sekunden. Der Diesel wird für Chrysler im italienischen Ferrara bei Bologna gebaut und kostet ab 54 900 DM. Helmut Werner


Ausgewogenes amerikanisches Design mit europäischen Akzenten: der Chrysler Voyager
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