ArchivDeutsches Ärzteblatt13/2001Gesetzliche Kran­ken­ver­siche­rung: Vereinte fordert neues Finanzierungssystem

Versicherungen

Gesetzliche Kran­ken­ver­siche­rung: Vereinte fordert neues Finanzierungssystem

Dtsch Arztebl 2001; 98(13): [75]

EB

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LNSLNS Durch die Bildung von Altersrückstellungen könnten Finanzierungslücken geschlossen werden.

Die Vereinte Kran­ken­ver­siche­rung AG (Vereinte Kranken), München, hat sich auf ihrer Jahrespressekonferenz erneut für den generellen Umstieg auf eine kapitalgedeckte Finanzierung in der Kran­ken­ver­siche­rung ausgesprochen (DÄ Heft 45/2000). Durch die Bildung von Alterungsrückstellungen könnten im Gegensatz zum heutigen Umlageverfahren in der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) die Finanzierungslücken, die aufgrund der Überalterung der Bevölkerung entstehen, geschlossen werden.
Im Ergebnis entstünde ein Kran­ken­ver­siche­rungssystem, in dem privatwirtschaftlich geführte Unternehmen unter klar definierten gesetzlichen Rahmenbedingungen Grund- und Zusatzversicherungen in freiem Wettbewerb anbieten. Angesichts des notwendigerweise langen Vorlaufs für derart grundlegende Veränderungen betrachtet Vorstandschef Dr. Ulrich Rumm den Zeitpunkt für seinen Vorstoß als günstig: „Da bereits an den Wahlprogrammen für 2002 geschrieben wird, wollen wir bei der Ideenfindung ein wenig helfen.“
Im Jahr 2000 stiegen die Beitragseinnahmen der Vereinten Kranken auf der Basis vorläufiger Zahlen um 2,9 Prozent auf 2,6 Milliarden Euro. Neugeschäft und Beitragsanpassungen trugen im gleichen Maße zum Wachstum bei.
Viele Rechnungen zum Jahresende eingereicht
Im Neugeschäft, mit dem Rumm noch nicht zufrieden ist, konnte das Unternehmen nach einem Rückgang über alle Vertriebswege um 12,3 Prozent im Jahr 1999 den Trend umkehren und wieder ein Plus in Höhe von 2,6 Prozent vorlegen. Die Zahl der versicherten Personen blieb mit knapp 2,3 Millionen stabil. Ein geringfügiger Rückgang bei den Vollversicherten konnte durch einen Zuwachs in der Zusatzversicherung ausgeglichen werden.
Zum Jahresende verzeichnete die Vereinte Kranken einen ungewöhnlich hohen Rechnungseingang. Rumm interpretiert diese Entwicklung damit, „dass insbesondere im ambulanten Bereich die Neigung, Ausfälle in der Kassenpraxis durch Mehreinnahmen aus der Privatpraxis zu kompensieren, unvermindert anhält“. Allein die ambulanten Ausgaben hätten sich im Vergleich zum Vorjahr um 6,3 Prozent erhöht, die Ausgaben für Arzneimittel um 9,5 Prozent. So stiegen die Aufwendungen für Versicherungsfälle um 4,3 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro und damit stärker als die Beitragseinnahmen. Die Schadenquote kletterte auf 85,5 Prozent. Die Vereinte Kranken will weiterhin auf eine „konsequente Entwicklung ihres Leistungs- und Schadenmanagements“ setzen. Im operativen Leistungsmanagement werde sie beispielsweise das BGH-Urteil über unangemessene Preise für Wahlleistungen im Krankenhaus sehr direkt anwenden und auslegen. Im Bereich des operativen Leistungsmanagements peilt die Versicherung bis 2002 Einsparungen in Höhe von 50 Millionen Euro an. Im Jahr 2000 erwirtschaftete die Vereinte Kranken einen Jahresüberschuss in Höhe von 30,7 Millionen Euro – 15,4 Millionen Euro mehr als im Vorjahr. EB
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