ArchivDeutsches Ärzteblatt13/2001GlaxoSmithKline: Eine „Ehe“ von starken Partnern

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GlaxoSmithKline: Eine „Ehe“ von starken Partnern

Dtsch Arztebl 2001; 98(13): A-853 / B-654 / C-598

Thomas, Kurt

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LNSLNS Mit zahlreichen, viel versprechenden Wirkstoffen in der Pipeline und mit ehrgeizigen Zielen für eine Umstrukturierung präsentierte sich Europas größter Arzneimittelhersteller GlaxoSmithKline jetzt in London. Das Unternehmen gehe „zuversichtlich und bestens gewappnet“ ins neue Jahrhundert, versicherte Hauptgeschäftsführer Dr. Jean-Pierre Garnier.
GlaxoSmithKline, das aus der Fusion der beiden britischen Hersteller GlaxoWellcome und SmithKline Beecham hervorging, beschäftigt weltweit mehr als 100 000 Mitarbeiter. Produziert wird an 117 Standorten. Garnier kündigte an, dass „einige“ dieser Standorte als Folge der Fusion geschlossen würden; das dadurch eingesparte Geld werde jedoch reinvestiert. „Wir werden zukünftig noch mehr in die Forschung und Entwicklung stecken“, so der Hauptgeschäftsführer. Im Geschäftsjahr 2000 betrug ihr Anteil acht Milliarden DM.
Laut Garnier koste es derzeit „rund 500 Millionen Dollar“, um einen neuen Wirkstoff bis zur Marktreife zu entwickeln. „Das ist ein sehr risikoreiches Geschäft, aber fest steht, dass es ohne die forschenden Arzneimittelhersteller wie GlaxoSmithKline keinen Therapiefortschritt und auch keine Generikaindustrie geben würde.“
Kritik an Preismechanismen innerhalb der EU
Garnier nutzte die Londoner Präsentation, um mit den Preismechanismen für ethische Arzneimittel innerhalb der Europäischen Union (EU) hart ins Gericht zu gehen. „In der EU haben Sie heute die unmögliche Situation, dass die Pharmapreise im Wesentlichen durch die nationalstaatlichen Regierungen festgelegt werden. Gleichzeitig werden die Forschung treibenden Hersteller von billigen Parallel-Importen gebeutelt.“
GlaxoSmithKline meldete für das Geschäftsjahr 2000 zwölf Prozent mehr Umsatz, einen um 15 Prozent verbesserten Bruttogewinn (Umsatz rund 58,3 Milliarden DM). Der weltweite Umsatz mit Pharmaka – GlaxoSmithKline stellt auch Softdrinks, Zahnpasta und andere Artikel her – wuchs wertmäßig um zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr. „Diese guten Zahlen beweisen, welch starke Partner in die Ehe von GlaxoWellcome und SmithKline Beecham gegangen sind“, so Garnier.
Arzneimittel steuerten nach Unternehmensangaben 47,8 Milliarden DM zu den weltweiten Umsätzen bei. Das entspricht rund 85 Prozent. Umgerechnet rund 8,1 Milliarden DM entfielen davon auf neue innovative Präparate. Der Umsatz mit Pharma-Innovationen stieg im abgelaufenen Geschäftsjahr um 60 Prozent.
Regional aufgeteilt ergibt sich folgendes Bild: Amerika steuerte rund 50 Prozent der weltweiten Arzneimittelumsätze bei. GlaxoSmithKlines US-Umsätze wuchsen im abgelaufenen Geschäftsjahr um 15 Prozent. Europa konnte dagegen lediglich um sechs Prozent mehr Umsätze erzielen. Das britische Unternehmen hat nach Meinung Londoner Analysten eines der stärksten Portfolios neuer Präparate in der Pipeline. Kurt Thomas
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