ArchivDeutsches Ärzteblatt14/2001Diagnose „Mittagsmüdigkeit“: Schlaflos im Büro

VARIA: Schlusspunkt

Diagnose „Mittagsmüdigkeit“: Schlaflos im Büro

Dtsch Arztebl 2001; 98(14): [84]

EB

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LNSLNS Die Siesta gehört in südlichen Breiten fest zum Tagesrhythmus, in China hat jeder Berufstätige ein Recht auf seinen Mittagsschlaf, und in den USA richten immer mehr Unternehmen Ruheräume für ihre Beschäftigten ein. Der Wunsch nach einem Büroschläfchen oder „power nap“ greift nun auch in Deutschland um sich: Jeder dritte Deutsche (33,8 Prozent) würde mittags am Arbeitsplatz gern ein Nickerchen machen. Das ergab eine repräsentative Emnid-Umfrage im Auftrag der Berlin-Kölnischen Kran­ken­ver­siche­rung, einer Gesellschaft des Parion-Konzerns. Befragt wurden 1 016 Personen im Alter von 14 bis 60 Jahren.
Erstaunlich: Der Anteil der „Möchte-gern-Schläfer“ ist in der Gruppe der 14- bis 29-Jährigen mit 40,5 Prozent am größten. Doch es sind auch die Youngsters, die mit 14 Prozent am stärksten befürchten, dass der Büroschlaf schlecht fürs Image ist (gesamt: 9,4 Prozent).
Diagnose „Mittagsmüdigkeit“: Die Konzentration lässt nach, der Blick schweift in die Ferne, die Augenlider werden schwer. Der Gang in die Kantine oder das überheizte Büro verstärkt sie oft noch.
Schon jetzt geben laut Umfrage der Kran­ken­ver­siche­rung sechs Prozent der Deutschen in der Mittagszeit dem Ruf ihres Körpers nach und schlafen – auch am Arbeitsplatz. Hauptvertreter des praktizierten Büroschlafs sind Männer zwischen 50 und 60 Jahren quer durch alle Bildungsschichten.
Nicht nur die wachsende Belastung am Arbeitsplatz führt zu dem mittäglichen Durchhänger am Schreibtisch. Die Medizin spricht vom „erhöhten Schlafdruck“, den viele Menschen zwischen 12 und 14 Uhr verspüren. „Ein Kurzschlaf in dieser Phase führt dazu, dass der Körper sich regeneriert. Die Reaktions-, Konzentrations- und Leistungsfähigkeit nimmt wieder zu, und die Arbeit kann mit neuem Elan fortgesetzt werden“, erklärt Dr. Frank Tschubar von der Berlin-Kölnischen.
Für den Energieschub reichen schon fünf bis 15 Minuten Schlaf aus. Wer länger schläft, braucht mehr Zeit, um wieder richtig wach zu werden. EB
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