ArchivDeutsches Ärzteblatt14/2001Ostdeutsche Kassenärzte: Zwiespältig

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Ostdeutsche Kassenärzte: Zwiespältig

Dtsch Arztebl 2001; 98(14): A-865 / B-737 / C-697

Richter, Eva A.

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LNSLNS Die Ansicht der niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten über den Erfolg der Aktionswoche vom 26. bis 30. März in den ostdeutschen Bundesländern und Berlin ist zwiespältig. Einerseits herrscht Freude über das geschlossene Auftreten von Hausärzten, Fachärzten und Psychotherapeuten. Mehr als 90 Prozent haben sich nach Angaben des Sprechers des Aktionsrates der niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten Ostdeutschlands, Prof. Dr. med. Martin Link, an der Aktionswoche beteiligt – sei es mit zeitweiligen Praxisschließungen oder der Teilnahme an Diskussionsforen und Kundgebungen. Durch einen gut organisierten Notdienst sei die Versorgung der Patienten, die großes Verständnis zeigten, zu keinem Zeitpunkt gefährdet gewesen. Andererseits: Durchschlagende Ergebnisse brachte die Aktionswoche nicht.
Ein Ziel hat sie jedoch ganz sicher erreicht: Sie hat zum wiederholten Male – in sehr eindrücklicher Form – auf die prekäre Situation der ambulanten Versorgung in den neuen Bundesländern hingewiesen. Die Resonanz blieb nicht aus: Eine Bundestagsdebatte zu den Ca-
stortransporten wurde verschoben, stattdessen befasste sich das Parlament auf Antrag der FDP-Fraktion in einer Aktuellen Stunde mit der Protestaktion. Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­terin Ulla Schmidt empfing Teilnehmer der Kundgebung am Brandenburger Tor am 28. März im Ministerium. Bereits am 26. März hatte sie sich mehr als zwei Stunden Zeit für ein Gespräch mit Vertretern des Aktionsrates genommen.
Dabei betonte Schmidt, dass sie ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte der ostdeutschen Ärzte und Psychotherapeuten habe; auf ihre Forderungen ging sie jedoch nicht ein. Das Geld aus dem Risiko­struk­tur­aus­gleich, das von West nach Ost fließt, müsse für die finanzielle Sicherstellung der Krankenkassen verwendet werden und könne nicht in die Ärztehonorare umgelenkt werden. Diese könnten sich außerdem nicht schneller dem Westniveau angleichen als die Gehälter in Ostdeutschland, erklärte die Ministerin auch im Bundestag.
Den ostdeutschen Kassenärzten sagt dies: Schöne Worte und Gesten allein helfen nicht. Dr. med. Eva A. Richter
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