ArchivDeutsches Ärzteblatt14/2001Kassen-Finanzausgleich: Nicht unter 12,5 Prozent

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Kassen-Finanzausgleich: Nicht unter 12,5 Prozent

Dtsch Arztebl 2001; 98(14): A-868 / B-720 / C-674

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LNSLNS Ulla Schmidt will Wettbewerbsstrategien der Krankenkassen verändern.
Dr. Klaus Theo Schröder, Staatssekretär im Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium, hat in der vergangenen Woche in Berlin Eckpunkte der Reform des Risiko­struk­tur­aus­gleichs (RSA) zwischen den gesetzlichen Krankenkassen vorgestellt. Die Optionen sind offenbar mit den SPD-Gesundheitspolitikern und den Spitzenverbänden der gesetzlichen Krankenkassen abgestimmt.
Entgegen bisheriger Äußerungen von Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­terin Ulla Schmidt soll es von 2002 bis Ende 2004 einen Mindestbeitragssatz von 12,5 Prozent in der Gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) geben. Dadurch frei werdende Gelder vor allem bei den Betriebskrankenkassen sollen für Disease-Management-Programme zur Bekämpfung chronischer Krankheiten eingesetzt werden.
Von 2003 an wird es einen GKV-Risikopool geben. Hierdurch werden die Ausgaben für stationäre Versorgung, Krankengeld und Arzneimittel zwischen den Kassen ausgeglichen, sofern die Krankheitskosten eines Versicherten mehr als 40 000 DM betragen. Die Selbstbeteiligung der Kassen soll bei 40 Prozent liegen. Bereits vom nächsten Jahr an sollen die Kassen Disease-Management-Programme für sieben Krankheitsbilder entwickeln. Ihre Finanzierung soll mehrheitlich (70 Prozent) kassenübergreifend erfolgen.
Der Stichtagstermin 30. September für Kassenwechsler wird aufgehoben. Von 2002 an sollen alle GKV-Versicherten regelmäßig die Kasse wechseln können, sofern sie die Kündigungsfrist (sechs Wochen zum Monatsende) einhalten. An die neue Kasse müssen sie sich dann mindestens 18 Monate binden.
Spätestens 2007 soll endgültig ein so genannter morbiditätsorientierter RSA eingeführt sein. Dann würden sich die Ausgleichszahlungen zwischen den Kassen stärker an den tatsächlichen Aufwendungen für kranke Versicherte orientieren.
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