ArchivDeutsches Ärzteblatt14/2001Jod und Folsäure: Schwangere - Uninformiert

POLITIK

Jod und Folsäure: Schwangere - Uninformiert

Dtsch Arztebl 2001; 98(14): A-884 / B-736 / C-689

Rieser, Sabine

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LNSLNS Die Verordnung von Jod und Folsäure sollte als Vorsorgeleistung für Schwangere in die Mutterschafts- und Arzneimittelrichtlinien aufgenommen werden. Das hat der Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte e.V., Dr. med. Armin Malter, gefordert. Malter vertrat seine Auffassung bei einem Fachgespräch Ende März in München. In den geltenden Mutterschafts-Richtlinien sei lediglich der Hinweis enthalten, dass Arzt oder Ärztin eine Schwangere über eine notwendige Jodzufuhr informieren sollten. Das reiche jedoch nicht aus.
Deutschland gilt nach den Maßstäben der Welt­gesund­heits­organi­sation als endemisches Jodmangelgebiet. Die Unterversorgung in der Schwangerschaft kann zu schweren Entwicklungsstörungen des Kindes führen. Wegen des erhöhten Bedarfs fordere die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie für schwangere und stillende Frauen eine Jodidprophylaxe mit 150 bis 200 mg pro Tag, erläuterte Prof. Dr. med. Petra-Maria Schumm-Draeger. Frauen, die schwanger werden wollten oder es seien, sollten dazu 400 mg Folsäure pro Tag einnehmen. Mit einer ausgewogenen Ernährung allein sei der Bedarf nicht zu decken. Auch Schumm-Draeger kritisierte, dass die Krankenkassen die Prophylaxe nicht mehr bezahlten.
Vorsorge kostet wenig
Sabine Wagner-Rauh von der Techniker Krankenkasse Bayern wies darauf hin, dass ihre Kasse schwangere und stillende Frauen mithilfe von Broschüren und eines Internetangebots informiere
(www.tk-online.de/gesundheit). Die Eigenvorsorge mit Folsäure und Jod
sei im Übrigen nicht teuer: Sie koste rund 50 Pfennig pro Tag. Rie



Die Eigenvorsorge mit Folsäure und Jod ist nicht teuer.
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