ArchivDeutsches Ärzteblatt5/1996Tagung umweltmedizinischer Beratungsstellen: 600 Nutzer schätzen „Uminfo“

POLITIK: Aktuell

Tagung umweltmedizinischer Beratungsstellen: 600 Nutzer schätzen „Uminfo“

Kluttig, Wolfgang

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LNSLNS Die 9. Tagung der Umweltmedizinischen Beratungsstellen wurde Ende 1995 von der Deutschen Kinderärztlichen Dokumentations- und Informationsstelle für Umweltfragen (DISU) in Osnabrück ausgerichtet. Gesundheitliche und ökologische Risiken der Restmüllentsorgung, Pyrethroide und die Innenraumlufthygiene standen im Mittelpunkt der zweitägigen Tagung. Außerdem informierte das DISU über seine Arbeit.
Fester Bestandteil dieser Informationsstelle ist das Umweltmedizinische Informationsforum (Uminfo). Hier laufen alle Informationen der Beratungsstellen zusammen, und hier findet auch die Kommunikation der mittlerweile sechshundert registrierten Nutzer statt. Uminfo basiert auf einem lokalen Computernetz, das über Modemanschlüsse Zugänge zu externen Datenbanken und zu anderen Netzen ermöglichen kann.
Möglich wurde Uminfo erst durch Geld der Deutschen Bundesstiftung Umwelt. Im vergangenen Jahr wurden für die technische Ausstattung der DISU gut 220 000 DM bewilligt. Nun kamen rund 450 000 DM für die eigentliche Arbeit hinzu. Die Mittel für Uminfo stünden aber nur für die Gründungsphase zur Verfügung, sagte Prof. Dr. Karl Ernst von Mühlendahl. Er ist Leiter der DISU und gleichzeitig Chefarzt des Osnabrücker Kinderhospitals, in dessen Räumen die Dokumentationsstelle auch untergebracht ist. Über den dauerhaften Erhalt der Einrichtung werde zur Zeit mit den Verbänden der Krankenkassen verhandelt, sagte Mühlendahl. Bisher sei der Fortbestand noch nicht gesichert.
Zu den Hauptaufgaben der DISU gehört unter anderem das Sichten und Zusammenstellen von Literatur und die Bereitstellung von Informationen in Form von Publikationen. Die Einrichtung erteilt aber auch individuelle Auskünfte und unterstützt nach Aussage von Mühlendahl die Arbeit der Kommission für Umweltfragen der Akademie für Kinderheilkunde und Jugendmedizin. Die Einrichtung habe in den vergangenen drei Jahren einen wesentlichen Beitrag zur Vermittlung entsprechender Informationen leisten können. Als besonders nützlich habe sich die Einrichtung des Umweltmedizinischen Informationszentrums auf der Basis einer Computer-Mailbox erwiesen. Die meisten deutschen umweltmedizinischen Beratungsstellen, die Institute des ehemaligen Bundesgesundheitsamtes, Gesundheitsämter, Universitäten, aber auch niedergelassene Ärzte seien dem Zentrum angeschlossen.
Ausschlaggebend für eine zweite Bewilligung von Mitteln durch die Bundesstiftung sei die positive Stellungnahme des Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­iums gewesen, sagte Fritz Brickwedde, Generalsekretär der Stiftung. Uminfo habe Vorbildcharakter in Europa; Österreich und die Schweiz seien schon jetzt dabei. Eine englischsprachige Sektion sei in Vorbereitung, betonte Mühlendahl. Zukünftig will die Einrichtung auch den hohen Verbreitungsgrad des Internet nutzen. Für den europäischen Pädiaterkongreß bereitet das Team um Mühlendahl einen Workshop vor. In den vergangenen Monaten ist der Bekanntheitsgrad der Einrichtung enorm gestiegen, so daß sich nicht nur Kinderärzte beteiligen. Andere Facharztgruppen und inzwischen auch Privatpersonen und Selbsthilfegruppen nutzen die Information von Uminfo. Wolfgang Kluttig
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