ArchivDeutsches Ärzteblatt14/2001Zunehmendes Lebensrecht: Schlusswort

DOKUMENTATION: Diskussion

Zunehmendes Lebensrecht: Schlusswort

Dtsch Arztebl 2001; 98(14): A-903 / B-779 / C-707

Neidert, Rudolf

Zum Beitrag von Ministerialrat a. D. Dr. jur. Rudolf Neidert in Heft 51–52/2000
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LNSLNS Vier Leserzuschriften, eine eher pro, die anderen kontra; drei echte Leserbriefe, ein Gegen-Aufsatz von über fünf Spalten – was lässt sich darauf „kurz“ antworten? Nun denn: Ich gäbe eine vermittelnde Lösung nur vor (Mikolajczyk, Beckmann). Gewiss vermittle ich nicht zwischen Ja und Nein zur PID, wohl aber zwischen den Extremen „volles Lebensrecht ab Zeugung“ und „erst ab Geburt“. – Dass Haasis nicht einmal Potenzialität gelten lassen will, entzieht seiner eigenen Position „Leben von Anbeginn“ den Boden; PID-Gegner stützen sich sonst gerade darauf. – Die „Logik des Wachsens“ überschreite die Grenze der Geburt (Beckmann). Ich begründe das gewachsene Schutzbedürfnis des Fetus mit Schmerzempfindung und Lebensfähigkeit (etwa 20 Wochen vor der Geburt!) und fordere ein strengeres Abtreibungsrecht zugunsten reifer Feten. – „Unbewusste Schmerzempfindung“ (dies zu Scholtz) ist ein sinnvoller Begriff, den der in Fußnote 14 zitierte Wissenschaftliche Beirat der BÄK verwendet.
Letztlich geht es mir um Konsequenz und Ehrlichkeit angesichts unseres (auch vom BVerfG gebilligten) Abtreibungsrechts. „Menschenwürde“ wird zur Phrase, wenn man sie für Embryonen in vitro fordert, aber in vivo über 130 000 Abbrüche im Jahr zulässt. Da wünschte ich mir mehr Einsatz für Leben und Würde lebensfähiger Feten und gegen die Barbarei der Spätabtreibungen – auch dies ist meine Konsequenz zunehmenden Lebensrechts!
Dr. jur. Rudolf Neidert
Herrengarten 15
53343 Wachtberg
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