ArchivDeutsches Ärzteblatt14/2001Krebsnachsorge: Grabenkämpfe auf unterster Ebene

BRIEFE

Krebsnachsorge: Grabenkämpfe auf unterster Ebene

Dtsch Arztebl 2001; 98(14): A-909 / B-761 / C-710

Röser, Constantin

Zu dem „Seite eins“-Beitrag „Unredlich“ von Josef Maus in Heft 7/2001:
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LNSLNS Ich muss Ihnen leider vollständig Recht geben, möchte das Thema aber noch etwas erweitern. Mir fällt immer bei diesem Gerangel ums Bezahlen ein Wort aus der Bibel ein: „Es gibt eine Sünde, die nicht vergeben werden kann, nämlich die Sünde wider den Geist!“ Dieses Wort ist heute noch wahr, denn es handelt sich um den Geist der Ernsthaftigkeit und Wahrhaftigkeit, der auch in unserer säkularisierten Welt noch herrschen sollte. Und da liegt die Verantwortung bei der Politik. Die will sie aber nicht übernehmen, um keine Wähler zu verprellen. Also werden Grabenkämpfe auf unterster Ebene ausgetragen. Der konsumgierige Patient ist dabei auch kein Unschuldslamm, sondern eher ein verwöhntes Kind, dem man mit Marketing-Tricks die weitere Erfüllung aller Wünsche vorgaukeln soll, um sich selbst ein möglichst großes Stück vom Kuchen abzuschneiden, der dadurch aber nicht größer wird.
Kampf aller gegen alle um die Pfründe, das ist doch ein Rückfall in den finstersten Kapitalismus. Wie ideal klangen da noch Wilhelm Reichs Forderungen vor über 50 Jahren: „Liebe, Arbeit und Wissen sind die Quellen unseres Daseins, sie sollten es auch beherrschen.“ Utopie? Ja gerne, oder wonach sollten wir sonst streben? Oder soll wirklich das „Ende der Medizin“ kommen, wie Paul Lüth schon vor 15 Jahren befürchtete und böse für sein prophetisches Buch angegriffen wurde . . .
Dr. med. Constantin Röser, Mittelstraße 88, 53474 Bad Neuenahr
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