ArchivDeutsches Ärzteblatt14/2001Nach Statinen nicht weniger Frakturen

MEDIZIN: Referiert

Nach Statinen nicht weniger Frakturen

Dtsch Arztebl 2001; 98(14): A-923 / B-775 / C-723

brm

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LNSLNS Die prophylaktische Gabe cholesterinsenkender Statine verringert nicht das Risiko, eine Knochenfraktur zu erleiden. Zu diesem Ergebnis gelangt eine Teilauswertung einer großen randomisierten placebokontrollierten Doppelblindkontrollstudie aus Neuseeland und Australien („LIPID“-Studie). Insgesamt erhielten 9 014 Patienten beiderlei Geschlechts mit ischämischer Herzkrankheit und einem medianen Alter von 62 Jahren täglich Pravastatin oder ein Placebo. Beobachtet wurde sechs Jahre lang. Mit 175 Frakturen unterschied sich die Pravastatin-Gruppe nicht signifikant von der gleich großen Kontrollgruppe, in der 183 Frakturen festgestellt wurden. Die Zahl der Frakturen, die eine stationäre Behandlung erforderlich machten, lag bei den Placebopatienten mit 101 niedriger als die aus der Pravastatin-Gruppe mit 107. Eine Verringerung von Frakturen unter Pravastatin konnte auch weder für die Teilgruppe der Frauen noch für die der über 65-Jährigen beobachtet werden.
Den Statinen wird, ebenso wie den Aminobisphosphonaten, eine positive Wirkung bei der Osteoporose zugeschrieben. Klinische Beobachtungen einer höheren Knochendichte und geringeren Frakturfrequenz infolge der Gabe von Statinen konnten in der LIPID-Studie jedoch nicht bestätigt werden. Die Autoren weisen aber darauf hin, dass die untersuchten Patienten hinsichtlich osteoporotischer Befunde nicht ausgewählt waren, und dass die Frakturhäufigkeit kein verlässliches Maß für Änderungen im Knochenstoffwechsel darstellt. Sie empfehlen, Statine so lange nicht zur Osteoporosebehandlung einzusetzen, bis randomisierte Kontrollstudien ihre Wirksamkeit bei dieser Indikation nachweisen. brm

Reid I R, Hague W, Emberson J et al.: Effect of pravastatin on frequency of fracture in the LIPID study: secondary analysis of a randomised controlled trial Lancet 2001; 357: 509–512.

Prof. Ian R. Reid, Department of Medicine, University of Auckland, Private Bag 92019, Auckland, New Zealand.
E-Mail: i.reid@auckland.ac.nz

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