ArchivDeutsches Ärzteblatt14/2001Erkrankungen durch enterohämorrhagische Escherichia coli: Widersprüche

MEDIZIN: Diskussion

Erkrankungen durch enterohämorrhagische Escherichia coli: Widersprüche

Dtsch Arztebl 2001; 98(14): A-928 / B-778 / C-725

Beutin, Lothar

zu dem Beitrag von Prof. Dr. rer. nat. Helge Karch, Prof. Dr. med. Jochen Bockemühl, Prof. Dr. med. Hans-Iko Huppertz n Heft 36/2000
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LNSLNS Die Autoren berichten mehrfach, dass EHEC mittlerweile in Deutschland zu den zweithäufigsten bakteriellen Enteritiserregern des Menschen zählen. Dies steht im Gegensatz zu Veröffentlichungen aus dem Robert Koch-Institut (RKI), nach denen Salmonella- und Campylobacter-Infektionen eine wesentlich größere Häufigkeit zukommt. Demnach haben Campylobacter-Infektionen, bezogen auf die „Enteritis infectiosa, übrige Formen“, einen Anteil von 38 Prozent. Dieser Anteil liegt also wesentlich höher als zwei bis drei Prozent, bei denen EHEC bei Enteritispatienten nachgewiesen wurde.
Weiterhin wird von einer dramatischen Zunahme der EHEC-Infektionen gesprochen, obwohl die Zahl der HUS-Fälle, die als Indikator für EHEC-bedingte Erkrankungen herangezogen werden können, nach Angaben der Autoren seit 1994 konstant geblieben ist.
Es wäre wichtig, diese Widersprüche, auf die in dem Artikel leider nicht eingegangen wird, in einer klärenden Diskussion weiter zu behandeln.

Literatur
1. Robert Koch-Institut: Wichtige Infektionskrankheiten in Deutschland – Zur Situation im Jahr 1999. Teil 1: Darminfektionen (Gastroenteritiden) – 1. Folge. Epidemiologisches Bulletin 2000; 23: 183–187.
Priv.-Doz. Dr. rer. nat. Lothar Beutin
Robert Koch-Institut
Nordufer 20, 13353 Berlin

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