ArchivDeutsches Ärzteblatt14/2001Car-Sharing: Schattendasein

VARIA: Technik

Car-Sharing: Schattendasein

Dtsch Arztebl 2001; 98(14): A-940 / B-794 / C-660

PJ

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LNSLNS Das Genossenschaftsauto hat sich in Deutschland noch nicht durchgesetzt.

Der Abschied vom eigenen Auto fällt den Deutschen anscheinend nicht leicht. Die Idee, Autos mit anderen zu teilen und dabei nur für die Zeit und die gefahrenen Kilometer zu bezahlen, ist bei uns noch nicht besonders beliebt. Mehr als zehn Jahre nach Gründung der ersten Car-Sharing-Unternehmen nutzen nur rund 40 000 Menschen in Deutschland das Angebot.
Einfache Nutzung ist wichtig
Nach einer Studie von Dr. Sassa Franke, vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung, wird sich das Genossenschaftsauto hierzulande erst dann durchsetzen, wenn es sich flexibler und einfacher nutzen lässt. Fahrzeuge müssten sich auch über das Internet buchen lassen und an wichtigen ÖPNV-Knotenpunkten geliehen und abgegeben werden können.
„Die Wahrscheinlichkeit, dass zur gewünschten Zeit auch ein Wagen zur Verfügung steht, könnten die Firmen dadurch erhöhen, dass sie zu Stoßzeiten wie Ostern zusätzliche Fahrzeuge mieten und anbieten“, sagt Franke. Die Firmen müssten ihr Öko-Image ablegen und sich zu Service-Unternehmen entwickeln, deren Angebot eine echte Alternative zum eigenen Auto biete. Dazu sei eine enge Zusammenarbeit mit den öffentlichen Verkehrsbetrieben notwendig, um Car-Sharing in das gesamte Verkehrssystem zu integrieren. „Das Angebot der 80 Anbieter in Deutschland ist zu uneinheitlich“, kritisiert die Expertin.
Von den Schweizern könnten deutsche Firmen noch einiges lernen. Hier gelang es einem einzelnen Anbieter in Kooperation mit der Schweizer Bundesbahn und vielen Verkehrsbetrieben, knapp 40 000 Kunden für das Car-Sharing zu gewinnen. Bei weniger als einem Zehntel der Einwohnerzahl Deutschlands ist das eine Menge. Franke schätzt, dass in zehn bis 15 Jahren ein bis zwei Millionen Menschen in Deutschland das Genossenschaftsauto nutzen werden. PJ
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