ArchivDeutsches Ärzteblatt15/2001Künstliche Befruchtung: ICSI ist Leistung der Kassen

AKTUELL

Künstliche Befruchtung: ICSI ist Leistung der Kassen

Dtsch Arztebl 2001; 98(15): A-948 / B-804 / C-760

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Bundessozialgericht:
Missbildungsrisiko ist
Entscheidung der Eltern.
Die gesetzlichen Krankenkassen müssen Methoden der künstlichen Befruchtung unabhängig davon bezahlen, ob ein erhöhtes Risiko von Missbildungen besteht. Denn die Entscheidung darüber, ob sie ein solches Risiko eingehen wollen, habe der Gesetzgeber den Eltern überlassen, heißt es in einem Grundsatzurteil des Bundessozialgerichts vom 3. April. Es verpflichtet damit die Krankenkassen, die Kosten für die intracytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI) zu übernehmen. (Az.: B 1 KR 40/00 R)
Im Oktober 1997 hatte der Bundes­aus­schuss der Ärzte und Krankenkassen beschlossen, dass diese Methode nicht Bestandteil des Leistungskatalogs der Gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung ist. Es sei noch nicht ausreichend untersucht, ob es zu einer erhöhten Missbildungsrate komme, hieß es zur Begründung. Dazu urteilte nun das Bundessozialgericht, dass dieser Beschluss „mit höherrangigem Recht unvereinbar und damit unwirksam“ sei. Der Bundes­aus­schuss habe seine Entscheidung nicht auf das Missbildungsrisiko abstellen dürfen. Der Gesetzgeber habe 1990 die künstliche Befruchtung in die Leistungspflicht der Kassen aufgenommen, obwohl auch bei der In-
vitro-Fertilisation ein erhöhtes Risiko von Behinderungen bestehe. Voraussetzung sei lediglich eine Beratung der Eltern über alle Risiken.
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema