ArchivDeutsches Ärzteblatt15/2001Drogenpolitik - Das Verbot von Cannabis ist ein „kollektiver Irrweg“: Leidensgeschichten ignoriert

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Drogenpolitik - Das Verbot von Cannabis ist ein „kollektiver Irrweg“: Leidensgeschichten ignoriert

Dtsch Arztebl 2001; 98(15): A-975 / B-752 / C-683

Redecker, Th.

Zum Beitrag von Dr. med. Carl Nedelmann in Heft 43/2000:
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LNSLNS Als Ärztlicher Direktor einer traditionellen Sucht-Fachklinik mit einer Fachabteilung für junge suchtkranke Männer habe ich diesen Artikel teils mit Erstaunen und teils mit Erschrecken gelesen. Unsere jungen suchtkranken Männer, die polytoxikoman Alkohol, Cannabis, Ecstasy, Medikamente und andere illegale Drogen konsumiert haben, haben diesen Artikel mit Freude gelesen und mit dem Gedanken, dass sie endlich einer verstanden hat – nach dem Motto, dieser Artikel macht Lust auf mehr. Leider macht er mehr Lust auf Cannabis als auf mehr Informationen.
Die Suchterkrankung hat eine multifaktorielle Genese, die, wie den meisten bekannt, aus der Zusammenwirkung von individuellen Faktoren, suchtmittelspezifischen Eigenschaften und sozialen Bedingungen entsteht. Ich vermisse in der Darstellung des Kollegen Nedelmann die umfassende Würdigung dieser Zusammenhänge. Der vom Ärzteblatt veröffentlichte Artikel verharmlost meiner Ansicht nach zu sehr das Problem der schädlichen Wirkung von Cannabis und ignoriert die unbestritten schwere Leidensgeschichte von jungen suchtkranken Menschen einschließlich deren Kinder und Angehörige. Ich
hoffe, dass durch die Diskussion der
Leserbriefe hier noch eine Korrektur erfolgen kann.

Dr. med. Th. Redecker, Klinik am Hellweg,
Robert-Kronfeld-Straße 12, 33813 Oerlinghausen
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