ArchivDeutsches Ärzteblatt15/2001Drogenpolitik - Das Verbot von Cannabis ist ein „kollektiver Irrweg“: Schlusswort

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Drogenpolitik - Das Verbot von Cannabis ist ein „kollektiver Irrweg“: Schlusswort

Dtsch Arztebl 2001; 98(15): A-975 / B-752 / C-683

Nedelmann, Carl

Zum Beitrag von Dr. med. Carl Nedelmann in Heft 43/2000:
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LNSLNS Die wesentliche Frage ist, ob die medizinischen Befunde ausreichen, das Cannabis-Verbot weiterhin zu begründen. Andere als medizinische Verbotsgründe gibt es nicht, und die sind inzwischen sehr erschüttert. Die hier versammelten Gegenstimmen lassen insbesondere die Auseinandersetzung mit der im Auftrag des Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­iums erstellten, 1998 veröffentlichten Studie von Kleiber und Kovar vermissen. Die Behauptung von Drasch, ich schlüge vor, „bekiffte Kraftfahrer straffrei am Straßenverkehr teilnehmen zu lassen“, ist falsch.
Köhler schreibt in seinem Leserbrief: „Das strafrechtliche Rauschdrogenverbot . . . muss . . . eindeutig wenig gefährliche Drogen (wie Cannabis) ausnehmen.“ Wenn aber schon der gesellschaftliche Umgang mit harten Drogen den „Aufweis der prinzipiellen Ungerechtigkeit . . . in Einheit mit den üblen Folgen“ gestattet und daraus der Schluss „eines kollektiven Irrwegs“ gezogen wird, dann gilt das erst recht für Cannabis. Ich kann diese Subsumtion, die auch in seinem Leserbrief enthalten ist, nicht „unrichtig“ finden.

Dr. med. Carl Nedelmann, Institut für Psychoanalyse und Psychotherapie der Freien und Hansestadt Hamburg, Blumenau 92, 22089 Hamburg
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