ArchivDeutsches Ärzteblatt15/2001Tumorschmerz. Interdisziplinäre palliative Therapiekonzepte

BÜCHER

Tumorschmerz. Interdisziplinäre palliative Therapiekonzepte

Dtsch Arztebl 2001; 98(15): A-980 / B-812 / C-760

Larbig, Wolfgang; Fallert, Bernd; Maddalena, Harry de

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LNSLNS Schmerztherapie
Psychologische Aspekte

Wolfgang Larbig, Bernd Fallert, Harry de Maddalena: Tumorschmerz. Interdisziplinäre palliative Therapiekonzepte. F. K. Schattauer Verlag, Stuttgart, New York, 1999, XII, 364 Seiten, 46 Abbildungen, 92 Tabellen, 98 DM
Vor dem sich inflationär ausbreitenden Bücherwald zum Thema Schmerztherapie wird es zunehmend schwieriger, das passende Lehrwerk zu finden, welches den Allgemeinmediziner wie den Spezialisten über Hintergrund und aktuellen Stand der Schmerztherapie informiert. Auch scheint es immer schwieriger, ein solches Buch zu schreiben: Das gute Konzept, nämlich die Integration psychologischer und psychotherapeutischer Konzepte in die medizinische Behandlung von Tumorschmerzen, wird hier leider durch mangelnde Aktualität konterkariert. Vergebens sucht man nach einer Bewertung moderner pharmakologischer Entwicklung, wie der Cyclooxygenase-2-Hemmer, des gaba-Pentin, des THC oder wieder neu eingeführter Substanzen wie Hydromorphon. Vorsicht ist geradezu geboten, wenn bei der Beschreibung des WHO-Schemas Acetylsalicylsäure als gebräuchliche Substanz der Tumorschmerztherapie bezeichnet wird, was für andere Staaten gewiss zutrifft, aber nicht für Deutschland.
Zur Symptomkontrolle – dieses Wort sucht man im Register vergebens – findet man ein kurz geratenes Kapitel von acht Seiten. Bestehende Therapieschemata anderer Standardwerke der Schmerztherapie und Palliativmedizin werden übernommen.
Lichtblick ist die detaillierte Beschreibung der psychologischen und psychotherapeutischen Verfahren. Techniken wie Hypnose, progressive Muskelentspannung, Trance-Induktion, Desensibilisierung, Biofeedback, kognitive Techniken werden gut verständlich dargestellt. Sehr anschaulich gefasst sind die Fallbeispiele verhaltensmedizinischer Tumorschmerztherapien. Hilfreich ist die Auflistung der verschiedenen Fragebogeninventare aus dem Fundus der psychologischen Diagnostik: Abkürzungen wie BPQ, BPI, POMS, KPF, HSAL, EORTC QLQ C-30 werden entzaubert und dem allgemeinen medizinischen Publikum verständlich gemacht.
So bleibt als Fazit: Dieses Buch ist dem Schmerztherapeuten zu empfehlen, der zusätzliches Wissen über psychologische oder psychotherapeutische Aspekte der Tumorschmerztherapie erhalten möchte. Stefan Wirz
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