ArchivDeutsches Ärzteblatt15/2001Stottertherapie mit Fluency Shaping Software

MEDIZIN: Referiert

Stottertherapie mit Fluency Shaping Software

Dtsch Arztebl 2001; 98(15): A-985 / B-817 / C-765

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LNSLNS Sprechtechnische Stottertherapien bringen zumeist sehr gute kurzfristige Erfolge, aber auch enttäuschende Rückfallquoten. Hier könnte selbstgesteuertes Üben am Computer in der Nachsorge helfen, wie kontrollierte Ergebnisse der Kasseler Stottertherapie zeigen. In einem dreiwöchigen Intensivkurs wurde sowohl am Computer mit einer speziellen Software als auch in Gruppensituationen ein neues weiches Sprechmuster antrainiert und später in Alltagssituationen übertragen. Geübt wird dabei Artikulatorenstabilisierung durch Silbendehnung, korrekte Zwerchfellatmung und vor allem der weiche Stimmeinsatz. 33 Patienten absolvierten bislang das Programm mit zweijähriger Nachsorge. Nach dem Intensivkurs konnten die Patienten ihre objektiv gemessene Unflüssigkeit (Prozent unflüssig gesprochene Silben) im Mittel auf 17 Prozent ihrer vortherapeutischen Unflüssigkeit reduzieren. Im folgenden halben Jahr gab es in der Stichprobe einen partiellen Rückfall auf 32 Prozent, der aber ein Jahr nach dem Kurs (26 Prozent, ein Abbrecher) und zwei Jahre nach dem Kurs (25 Prozent) zum Teil wieder aufgefangen werden konnte. Die objektiven Unflüssigkeiten, gemessen in vier verschiedenen alltagsüblichen Sprechsituationen, kovariierten mit Selbstbeurteilungen des Sprechverhaltens. Unerwünschte Nebeneffekte wurden nicht beobachtet. Die vergleichsweise geringe Rückfallrate ist vermutlich durch Heimübung am Computer bedingt. Stotterpatienten sind vor allem junge Männer. Junge Männer haben oftmals einen leichteren Zugang zum Computer als zu therapeutischer Hilfe. elr

Euler HA, v. Gudenberg AW: Die Kasseler Stottertherapie (KST). Ergebnisse einer computergestützten Biofeedbacktherapie für Erwachsene. Sprache Stimme Gehör 2000; 24: 71–79.

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