ArchivDeutsches Ärzteblatt15/2001Übergewicht bei Kindern durch Softdrinks

MEDIZIN: Referiert

Übergewicht bei Kindern durch Softdrinks

Dtsch Arztebl 2001; 98(15): A-985 / B-817 / C-765

brm

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Der Konsum zuckergesüßter Getränke durch Kinder steht im Zusammenhang mit der Entwicklung eines deutlichen Übergewichts. Zu diesem Ergebnis kommt eine prospektive Studie in den USA. Dafür wurden 548 elf- und zwölfjährige Schulkinder in vier Gemeinden von Massachusetts 19 Monate lang untersucht. Der gewohnheitsgemäße Konsum von Limonaden und Säften sowie Veränderungen im Trinkverhalten fanden signifikante Entsprechungen sowohl in der Häufigkeit von Übergewicht als auch im Körpermassenindex. Dieser Zusammenhang erwies sich als unabhängig von anthropometrischen und demographischen Variablen sowie weiteren Einflussgrößen wie Geschlecht, sexueller Reife, sonstiger Ernährung oder Lebensstil. Für Diätprodukte mit künstlichen Süßungsmitteln war ein solcher Zusammenhang nicht nachweisbar. Exzessives Übergewicht gilt der Studie zufolge als das mittlerweile häufigste pädiatrische Problem in den USA. Nach einer in der Veröffentlichung zitierten amtlichen Erhebung hat sich das Vorkommen von Übergewicht bei Kindern dort innerhalb von 15 Jahren verdoppelt. Parallel dazu stieg nach Angaben des US Department of Agriculture der Softdrink-Verbrauch in den letzten 50 Jahren um fast 500 Prozent. Die Autoren machen für die schon lange vermutete, aber wiederholt in Abrede gestellte Verbindung zwischen Saftgenuss und kindlicher Korpulenz einen ernährungsphysiologischen Adaptationsmechanismus verantwortlich. Sie zitieren eine Metaanalyse, wonach ein Übermaß an kalorienhaltigen Getränken – anders als bei fester Nahrung – im Körper keine kompensatorische Reduktion der Nahrungszufuhr induziert. brm

Ludwig D S, Peterson K E, Gortmaker S L: Relation between consumption of sugar-sweetened drinks and childhood obesity: a prospective, observational analysis. Lancet 2001; 357: 505–508.
Dr. D. S. Ludwig, Department of Medicine, Children’s Hospital, Boston, MA 02115, USA. E-Mail: david.ludwig@tch.
harvard.edu

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema