ArchivDeutsches Ärzteblatt15/2001Versicherungswirtschaft: Belebung durch die Rentenreform

Versicherungen

Versicherungswirtschaft: Belebung durch die Rentenreform

Dtsch Arztebl 2001; 98(15): [82]

EB

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Die Versicherungen gehen davon aus, dass beide Gesetze zur Rentenreform in Kraft treten werden.
Nach einer Atempause im vergangenen Jahr rechnet sich die deutsche Versicherungswirtschaft für 2001 mit Blick auf die anstehende Rentenreform gute Chancen für eine deutliche Geschäftsbelebung aus. Der Präsident des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), Bernd Michaels, forderte am 2. April in Bonn, das „quälende Taktieren“ müsse nun ein Ende haben. Die Branche rechne damit, dass beide Gesetze zur Rentenreform einschließlich der privaten Altersvorsorge in Kraft treten werden. Die Versicherungswirtschaft warte jetzt nur noch auf das Startsignal, um die neuen Produkte auf den Markt zu bringen. In der Lebensversicherung sei daher von einem Beitragswachstum von vier Prozent auszugehen.
Im Jahr 2000 mussten die Lebensversicherungen (nach GDV-Angaben) durch steuerpolitische Sondereffekte einen deutlichen Rückgang im Neugeschäft von 10,3 Millionen Verträgen im Jahr 1999 auf 7,3 Millionen Verträge hinnehmen. Der außergewöhnliche Boom bei den Lebensversicherungen war 1999 mit der Debatte um eine Besteuerung von Erträgen aus Kapitallebensversicherungen ausgelöst worden.
„Sehr zufriedenstellend“
Dennoch steigerte die Versicherungswirtschaft die Beitragseinnahmen nach vorläufigen Ergebnissen insgesamt um rund drei Prozent von 250,1 auf 257,6 Milliarden DM. Michaels sprach von einem „sehr zufriedenstellenden Ergebnis“. Es sei insbesondere bei den Lebensversicherungen besser als erwartet ausgefallen.
Überdurchschnittliche Beitragssteigerungen von 4,2 Prozent erzielte die private Kran­ken­ver­siche­rung, wobei die reine Kran­ken­ver­siche­rung 36,6 Milliarden Mark und die Pflegepflichtversicherung 3,9 Milliarden Mark einnahm. Bei der Sachversicherung scheint die Talsohle nach Einschätzung des Verbandes bald erreicht zu sein. Im Vorjahr sanken die Einnahmen nur noch um ein Prozent auf rund 24 Milliarden Mark. 1999 hatte das Minus noch 2,1 Prozent betragen. Die industrielle Sachversicherung bleibe allerdings in hohem Maße verlustträchtig.
Kursfantasien
Davon ausgehend, dass die Rentenreform einschließlich der privaten Altersvorsorge in Kraft treten wird, könnten die Aktienkurse der deutschen Versicherungen in absehbarer Zeit deutlich steigen. Besonders von den drei größten Lebensversicherungen – Allianz, Aachener und Münchner, ERGO – dürften die Anleger geneigt sein, Aktien zu kaufen, weil sie auf wachsende Prämieneinnahmen und höhere Gewinne spekulieren. Vereinsbank-Analyst Ralph Lutz sieht Kurspotenzial bei den folgenden Versicherungswerten: Allianz Holding, Münchner Rück, Kölnische Rück und Nürnberger Beteiligungen. Aber auch die Hannover Rück sei zu beachten EB
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema