ArchivDeutsches Ärzteblatt16/2001Gewalt gegen Ärzte: Sensibilität entwickeln

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Gewalt gegen Ärzte: Sensibilität entwickeln

Blümke, Nicolai

Zu dem Beitrag „Tödliche Bedrohung als Berufsrisiko“ von Prof. Dr. med. Klaus Püschel und Dr. med. Olaf Cordes in Heft 4/2001:
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LNSLNS Das Berufsrisiko von Ärzten, durch Patienten körperlich zu Schaden zu kommen, umfasst den gesamten Bereich psychotherapeutisch tätiger Kollegen. Nicht zu unterschätzen und aus meiner Sicht mit einer enormen Dunkelziffer versehen ist jedoch auch die psychische „Gewaltanwendung“, denen psychotherapeutisch tätige Ärzte und Psychologen ausgesetzt sind. Auch hier sind häufig Angehörige oder Personen, die Patienten Anlass für psychotherapeutische Konsultationen geben, die Täter. Aus der eigenen Praxis lassen sich zwei dieser Fälle schildern:
In einem Fall wurde ich von einem rechtskräftig verurteilten Mann mit einer dissozialen Persönlichkeitsstörung, der eine Patientin monatelang mit Mord bedrohte, mit Telefonterror belegt. Damit nicht genug, stand er sogar vor meiner Privatwohnung und bedrohte mich und meine Familie.
In einem anderen Fall versandte ein narzisstisch gekränkter Vater einer erwachsenen Privatpatientin Beschwerden an Kassenärztliche Vereinigung und Psychotherapeutenkammer und versuchte, behandelnde Ärzte sowie Rechtsanwälte auszuhorchen und unter Druck zu setzen. Aus Unkenntnis oder Naivität wurde die Absicht des Mannes teilweise nicht rechtzeitig erkannt, und er fühlte sich in seinem Verhalten bestärkt.
Aus Sicht der Psychotherapeuten wäre zu wünschen, dass KV und PK für dieses teilweise sehr belastende Berufsrisiko Sensibilität entwickeln und Therapeuten soweit möglich schützen und unterstützen.
Nicolai Blümke, Wiesenbek 10, 37431 Bad Lauterberg

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