ArchivDeutsches Ärzteblatt16/2001Gewalt gegen Ärzte: Leidvolle Erfahrung

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Gewalt gegen Ärzte: Leidvolle Erfahrung

Darwig, Axel

Zu dem Beitrag „Tödliche Bedrohung als Berufsrisiko“ von Prof. Dr. med. Klaus Püschel und Dr. med. Olaf Cordes in Heft 4/2001:
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LNSLNS Vor knapp drei Jahren wurde ich als Oberarzt einer psychiatrischen Fachklinik von einem damals 42-jährigen Mann mit einem Messer in Tötungsabsicht niedergestochen. Zum Glück wurde ein stumpfes Messer benutzt, sodass die Schnittverletzungen an Thorax und Händen ohne Funktionseinbuße ausheilten. Auch psychische Auswirkungen sind nicht aufgetreten. Bemerkenswerterweise handelte es sich bei dem Täter um einen chirurgischen Kollegen, der als Patient psychiatrisch behandelt wurde. In diesem Fall richtete sich die Gewalt also nicht nur gegen einen Arzt, sondern wurde auch von einem Arzt ausgeübt. Tatmotiv war die Kränkung, von einem Kollegen als psychisch Kranker auf einer geschlossenen psychiatrischen Station behandelt zu werden. Der Täter wurde vom Gericht wegen einer schizophrenen Psychose als schuldunfähig in eine forensische Klinik eingewiesen, aus der er inzwischen wieder Ausgang hat.
Ich hatte bislang unbefangen geglaubt, dass von einem Patienten, dem ich mit dem gebotenen Respekt für seine Situation und mit Freundlichkeit begegne, keine erhöhte Gefahr ausgeht. Ich hatte sogar geglaubt, durch weitgehende Offenheit, ein Vertrauensverhältnis geschaffen zu haben. Die Tat ereignete sich daher völlig unvorhergesehen. Eine über das allgemeine Risiko hinausgehende Gefährdung war nicht erkennbar gewesen.
Dr. med. Axel Darwig, Rheinweg 35, 53113 Bonn
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