ArchivDeutsches Ärzteblatt16/2001Gesundheitspolitik: Schadenskostenanteil statt Steuer

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Gesundheitspolitik: Schadenskostenanteil statt Steuer

Heiss, Stephan

Zu dem Beitrag „Mehr Verständnis für die Ärzte – aber nicht mehr Geld“ von Sabine Rieser in Heft 6/2001:
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LNSLNS Sie haben berichtet, dass sich Frau Schmidt darüber Gedanken macht, ob sich GKV-Mitglieder zusätzlich versichern müssen, wenn sie in ihrer Freizeit Risikosportarten nachgehen. Dazu ein Kommentar aus der Sicht eines Akutmediziners (Anästhesist), der an einem Krankenhaus der Zentralversorgung arbeitet:
In meiner täglichen Praxis spielen diese Risikosportarten keine, aber auch wirklich gar keine Rolle. Der Gedanke, hier durch eine Extraversicherung Kosten für das Gesundheitssystem einzusparen, ist völlig absurd und nährt den schon lange gehegten Verdacht, dass die hochbezahlten Verantwortlichen im Lande keinen blassen Schimmer von der Realität haben . . .
Für mich ist es völlig unverständlich, dass insbesondere mit dem Verkauf von Genussmitteln ordentlich abgezockt wird, die dadurch verursachten Akut- und Spätschäden aber zulasten der Allgemeinheit gehen. Was also hindert uns daran, diese Kosten dort erstattet zu bekommen, wo sie verursacht werden? Statt Alkohol- und Tabaksteuer (auf die der Staat im Interesse der Gesundheit seiner Bürger sicherlich gerne verzichtet), könnte man problemlos einen Schadenskostenanteil auf den Preis der entsprechenden Produkte aufschlagen und den Kran­ken­ver­siche­rungen überweisen. Auch ein (deutlich) erhöhtes Körpergewicht könnte man mittels eines Risikozuschlags in den Krankenkassenbeitrag einfließen lassen – jeder Chirurg würde der Frau Minister dafür die Füße küssen . . .
Dr. Stephan Heiss, Im Pfaffenholz 18, 89186 Illerrieden
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