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LNSLNS Folteropfer
Körperliche und psychische Folgen

Sepp Graessner, Mechthild Wenk-Ansohn: Die Spuren von Folter. Eine Handreichung. Schriftenreihe Behandlungszentrum für Folteropfer Berlin 001, Verlag des Behandlungszentrums für Folteropfer, Berlin, 2000, 110 Seiten, kartoniert, 29,90 DM
Endlich ist eine deutschsprachige Publikation erschienen, die in allgemein verständlicher Sprache über die Folgen von Folter informiert. Die Veröffentlichung der beiden Ärzte des Behandlungszentrums für Folteropfer Berlin bildet die Grundlage für das Erkennen von körperlichen und psychischen Spuren, die auf erlittene Folter hinweisen. Diese Kenntnis ist zum Beispiel bei aufenthaltsrechtlichen Verfahren von asylsuchenden Flüchtlingen wesentlich.
Nach einem einleitenden Teil über die Merkmale von Folter und ihre Häufigkeit werden übliche Foltermethoden beschrieben, zu denen auch sexualisierte Folter gehört. In weiteren Abschnitten werden die körperlichen und psychischen Folgen beschrieben. Posttraumatische Belastungsstörung, andauernde Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung sowie andere Störungsbilder (depressive, somatoforme und andere) werden in einer Weise dargestellt, die auch für Leser ohne psychiatrische Fachkenntnis leicht verständlich ist. Für Mediziner und Psychotherapeuten, die im Flüchtlings- oder Traumabereich arbeiten, bietet das Buch wichtige Detailinformationen und Argumentationshilfen für das Schreiben von Stellungnahmen oder Gutachten.
Ein weiterer Schwerpunkt des Buches liegt in der Beschreibung von Besonderheiten, die sich bei Asylanhörungen und Begutachtungen von Folterüberlebenden häufig ergeben und die das Aussageverhalten beziehungsweise die Beurteilung von Aussagen beeinflussen (Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, kulturelle Konzepte von Ehre und Scham, Besonderheiten der Arbeit mit Dolmetschern und andere). Ein Exkurs zum Flughafenverfahren schließt die Arbeit ab. Andreas Maercker
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