ArchivDeutsches Ärzteblatt17/2001Krankenhäuser: Was Klinikmanager verdienen

POLITIK

Krankenhäuser: Was Klinikmanager verdienen

Dtsch Arztebl 2001; 98(17): A-1096 / B-930 / C-874

Clade, Harald

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LNSLNS Führungskräfte in gemeinnützigen Krankenhäusern
zählen zu Top-Verdienern.

Die kaufmännischen Geschäftführer und Verwaltungsdirektoren von freigemeinützigen Krankenhäusern mittlerer Größe (201 bis 300 Krankenhausbetten) erzielen ein höheres Einkommen als die Verwaltungsleiter von öffentlichen Krankenhäusern und die Manager kleinerer Häuser (bis zu 200 Betten). 15 Prozent der als „Manager“ eingestuften Verwaltungschefs verdienen heute brutto mehr als 250 000 DM jährlich. Die Größe eines Krankenhauses, gemessen an den betriebenen Planbetten, hat zumeist keinen Einfluss auf die Personalbesetzung und die Personalkosten der Verwaltung. Jedenfalls weisen größere Krankenhäuser und Kliniken keine geringeren personalbedingten Fallkostenanteile als kleinere Krankenhäuser auf. Die Vergütungen der Geschäftsführer und Verwaltungchefs nehmen allerdings mit der Betriebsgröße des Krankenhauses bis zu einer Grenze von etwa 500 Betten zu. Mit diesen Erkenntnissen vermittelt eine repräsentative Erhebung des Instituts für Gesundheitsökonomie und Klinische Epidemiologie der Universität zu Köln unter Leitung von Prof. Dr. med. Dr. sc. Karl W. Lauterbach einen Blick in die Brieftaschen und in die Ökonomie des Verwaltungsmanagements von Krankenhäusern. Die Umfrage ist im Auftrag der Fachzeitschrift „f & w führen und wirtschaften im Krankenhaus“ (Bibliomed Verlagsgesellschaft mbH, Melsungen) Ende 2000 auf der Basis des Jahres 1999 publiziert worden. An der Umfrage haben 126 Krankenhäuser teilgenommen. Die mittlere Fallzahl der Kliniken lag bei 8 657. Die durchschnittliche Zahl der Mitarbeiter betrug 368, die Zahl der Durchschnittsbetriebsgröße, gemessen an der Zahl der betriebenen Betten, 295.
Spitzenverdienst: Mehr als 200 000 DM brutto
c Die Geschäftsführer von Krankenhäusern mittlerer Größe erzielten die relativ höchsten Bruttoeinkünfte. In kleineren Häusern (bis zu 200 Betten) erhalten 8,8 Prozent der Spitzenverdiener unter den Verwaltungsleitern ein Vertragseinkommen von mehr als 200 000 DM (brutto) jährlich. In den Häusern mit einer Betriebsgröße von 201 bis 300 Betten erhält knapp ein Drittel der Geschäftsführer (30,4 Prozent) eine Vergütung in Höhe von rund 200 000 DM jährlich (brutto). In Krankenhäusern mit bis zu 500 Betten erhalten fast zwei Drittel (59 Prozent) ein Jahresbruttoeinkommen von mehr als 200 000 DM. In den Großkrankenhäusern (Größe von mehr als 500 Betten) geht der Anteil der höher verdienenden Manager und Geschäftsführer auf 55,5 Prozent geringfügig zurück.
c Die Verwaltungsleiter öffentlich-rechtlicher Krankenhäuser erzielten vor anderthalb Jahren zu rund 24 Prozen mehr als 200 000 DM brutto im Jahr. Verwaltungschefs von freige-meinnützigen Krankenhäusern kamen auf solche Durchschnittseinkommen zu 42,1 Prozent. 15 Prozent der Klinikleiter erhielten 1999 eine Jahresvergütung in Höhe von mehr als 250 000 DM.
c Mit der Klinikbetriebsgröße wächst auch der Anteil der variablen Einkommensanteile am Bruttoverdienst der Manager. Eine Ausnahme bilden hier die Häuser mit mehr als 500 Betten, was durch die Trägerschaft bedingt ist, heißt es in der Studie des Kölner Instituts. 42,7 Prozent der Verwaltungsleiter erhalten im Durchschnitt einen variablen, oftmals erfolgsabhängigen Vergütungsanteil zum Bruttoverdienst (Tantieme).
c Die Zufriedenheit wächst allerdings nicht mit dessen Höhe. Während rund 41 Prozent der Klinikverwaltungsleiter in kleineren Häusern mit ihrem Einkommen zufrieden sind, sind es in der Kategorie der Krankenhäuser mit 201 bis 300 Betten 65,2 Prozent. In Kliniken mit 301 bis 500 Betten, in denen die meisten Geschäftsführer und angestellten Verwaltungschefs relativ hohe Einkommen erzielen, sind nur 49,1 Prozent mit ihrem Einkommen zufrieden. In größeren Kliniken ab einer Größe von 500 Betten empfinden lediglich 41,7 Prozent der Leiter ihr Einkommen als „angemessen“. Hier wirkt sich der relativ hohe Anteil der öffentlich-rechtlichen Krankenhäuser aus.
c Gegliedert nach der Funktion erzielten die Abteilungsleiter in der Verwaltung die relativ höchsten Einkommen unter den Führungskräften. Der Mittelwert liegt im Personalbereich bei 100 000 DM, gefolgt von den Abteilungschefs im Finanz- und Rechnungswesen mit rund 98 000 DM. Die Abteilungsleiter in der Patientenverwaltung erzielten 1999 eine Bruttodurchschnittsvergütung in Höhe von rund 80 000 DM. In der Materialwirtschaft, in der Abteilung Organisation/Datenverarbeitung sowie beim Controlling lagen die Bruttojahresvergütungen der Abteilungsleiter vor bei einer Größenordnung von durchschnittlich rund 90 000 DM (brutto).
c Die Jahresbruttovergütung der Führungskräfte der Krankenhäuser steigt regelmäßig in Relation zur Krankenhausgröße und damit auch zu einer differenzierten Krankenhausleitung. Bemerkenswert ist, dass die Leiter der Personalabteilung von Krankenhäusern bis zu 200 Betten eine Vergütung in Höhe von durchschnittlich 92 345 DM erzielen. Diese steigt kontinuierlich bis zu einem Betrag von 112 150 DM bei Häusern mit einer Betriebsgröße von mehr als 500 Betten. Bei kleineren Krankenhäusern fällt auf, dass die geringe Dotierung der anderen Abteilungsleiter überwiegt.
c Knapp ein Drittel der befragten Führungskräfte der Krankenhäuser arbeitet mit befristeten Verträgen (31 Prozent). In öffentlichen Krankenhäusern sind es – trotz der vergleichsweise geringeren Vergütung – 34,9 Prozent, in den freigemeinnützigen Krankenhäusern dagegen 23,8 Prozent. Bei den Häusern mit mehr als 500 Betten sind es immerhin 62,1 Prozent.
c Immer mehr Krankenhäuser gehen dazu über, die Bezüge ihrer Führungskräfte in einen Festbezugsteil und eine variable Komponente zu splitten. 43 Prozent der Klinikgeschäftsführer gaben an, einen variablen Vergütungsteil vereinbart zu haben. Je höher die Jahresbruttovergütung ist, desto höher ist in der Regel der variable Anteil an der Gesamtvergütung des Verwaltungschefs. Eine Ausnahme bilden hierbei die Krankenhäuser mit mehr als 500 Betten, was durch die Trägerschaft bedingt ist. Bei Krankenhäusern in öffentlicher Trägerschaft ist der variable Anteil an der Vergütung deutlich geringer als bei anderen Klinikträgern. Dr. rer. pol. Harald Clade
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