ArchivDeutsches Ärzteblatt17/2001Mammakarzinom: Adjuvante Therapie zeitig beginnen

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Mammakarzinom: Adjuvante Therapie zeitig beginnen

Dtsch Arztebl 2001; 98(17): A-1102 / B-936 / C-879

EB

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Die Entscheidung, welche medikamentöse adjuvante Therapieform – Hormone, Chemotherapeutika oder eine Kombination beider Strategien – für die Mammakarzinom-Patientin die richtige ist, erfolgt in erster Linie nach der Abschätzung des Risikos für ein Lokalrezidiv oder eine Fernmetastasierung.
Nach den Ergebnissen einer Konferenz in St. Gallen empfehlen Experten bei nodal-negativem Mammakarzinom ohne Lymphknotenbefall (N0) je nach Tumorgröße und Hormonrezeptorstatus nunmehr nur noch eine Differenzierung in ein niedriges Risiko (Tumor < 2 cm, Östrogen- und Progesteronrezeptor positiv) und ein höheres Risiko (Tumor > 2 cm, rezeptornegativ). Bei nodal-negativen, high risk und bei nodal-positiven (N+) Patientinnen sollte sofort eine Chemotherapie gegeben werden. Bei positivem Hormonrezeptorstatus ist zusätzlich Tamoxifen indiziert.
Als essenzieller Pfeiler in der adjuvanten Behandlungssituation gilt die Chemotherapie, da sie das absolute Mortalitätsrisiko bei prä- und post-menopausalen Frauen unabhängig vom Nodalstatus reduziert. Als „klassische“ adjuvante Chemotherapie galt bisher das CMF-Regime (Cyclophosphamid, Methotrexat, 5-FU) bei nodal-positiven Patientinnen, jedoch zeigen in neueren Studien anthrazyklinhaltige Schemata einen diskreten Vorteil. Das US-National Institutes of Health empfiehlt daher bei nodal-positiven Tumoren eine Chemotherapie mit vier bis sechs Zyklen AC (Doxorubicin, Cyclophosphamid). In Europa gestaltet sich die Situation nach Angaben von Prof. Gunter von Minckwitz (Frankfurt) mittlerweile ähnlich, wenn auch weniger „radikal“: Nach ihrer dokumentierten antitumoralen Aktivität bei metastasiertem Mammakarzinom wird derzeit der Stellenwert der Taxane als adjuvante Therapieform in verschiedenen Kombinationen geprüft. EB
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