ArchivDeutsches Ärzteblatt17/2001Medizinhistorisches Museum: Von Antike bis Gegenwart

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Medizinhistorisches Museum: Von Antike bis Gegenwart

Dtsch Arztebl 2001; 98(17): A-1105 / B-938 / C-881

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LNSLNS Das ehemalige Ingolstädter „Anatomische Theater“, eine im 18. Jahrhundert erbaute medizinische Ausbildungsstätte der damaligen Universität, beherbergt seit 1973 das Deutsche Medizinhistorische Museum. Es ist nach eigenen Angaben das einzige Fachmuseum dieser Art in Deutschland und zeigt in der ständigen Ausstellung mehr als 1 000 Gegenstände zur Geschichte der Medizin von der Antike bis zur Gegenwart: chirurgische Instrumente der griechischen und römischen Antike, einen etruskischen Torso, römische Votive, Objekte aus den frühen Hochkulturen Ägyptens, Südamerikas und Ostasiens sowie ethnomedizinische Beispiele aus Afrika. Der ehemalige Anatomiesaal weist mit Präparaten, Lehrbüchern, Instrumenten und Mikroskopen auf die Anfänge der abendländischen wissenschaftlichen Medizin hin: Anatomie, Botanik, Pathologie. Die einzelnen Fachdisziplinen, die sich im 19. Jahrhundert herausbildeten, werden anhand charakteristischer Objekte dargestellt, die von der Geburtszange bis zur Herz-Lungen-Maschine reichen. An den Bereich des Patienten erinnern Gegenstände der häuslichen Krankenpflege, des religiösen Heilbrauchtums, der Hygiene und Krankheitsprophylaxe. Schwerpunkte der Ausstellung bilden jedoch die Chirurgie und die aus ihr hervorgegangenen Fächer – Augen- und Zahnheilkunde, Gynäkologie und Urologie – sowie die diagnostischen Methoden des 19. Jahrhunderts.
Als besondere Attraktion findet man in Ingolstadt den ersten Sterilisator für einen Operationssaal. Das Museum verfügt außerdem über eine große Sammlung von Ärzteporträts sowie Studiensammlungen zur Ophthalmologie, Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Klinischen Chemie und Elektrotherapie. Auf dem Gelände des früheren Botanischen Gartens der Universität werden in einer barocken Anlage 150 Heilpflanzen kultiviert. Ein Gartenteil wurde speziell für blinde Besucher und Rollstuhlfahrer eingerichtet. Informationen: Deutsches Medizinhistorisches Museum, Anatomiestraße 18–20, 85049 Ingolstadt, Telefon: 08 41/3 05-18 60, Fax: 91 08 44, Öffnungszeiten: dienstags bis sonntags 10 bis 12 und 14 bis 17 Uhr. EB
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