ArchivDeutsches Ärzteblatt17/2001Das Stichwort: Gesundheitsberichterstattung

THEMEN DER ZEIT

Das Stichwort: Gesundheitsberichterstattung

Dtsch Arztebl 2001; 98(17): A-1108 / B-948 / C-855

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LNSLNS „Unter Gesundheitsberichterstattung wird die systematische Darstellung und Analyse des Gesundheitszustandes der Bevölkerung, der Gesundheitsgefährdungen und der Gesundheitsversorgung verstanden.“ (Doris Bardehle, in: Klaus Hurrelmann, Ulrich Laaser [1998]: Handbuch Gesundheitswissenschaften. Juventa Verlag, Weinheim, München, S. 330)
Die Europäische Union definiert im Health Monitoring Programme „Gesundheitsberichterstattung als Sammlung von Gesundheitsdaten auf Gemeinschaftsebene und Festlegung gemeinschaftlicher Gesundheitsindikatoren, Aufbau von Kapazitäten für die Analyse von Daten . . ., Verbreitung von Informationen über Gesundheit und ihre Determinanten mit dem Ziel, die Gemeinschaft sowie die Mitgliedstaaten in die Lage zu versetzen, Prioritäten aufzustellen, Politiken und Maßnahmen zu überprüfen und sie bei der Entscheidung über die Ressourcenzuteilung zu unterstützen“. (Europäisches Parlament [1997]: Beschluss Nr. 1400/97 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 30. Juni 1997 über ein Aktionsprogramm der Gemeinschaft für Gesundheitsberichterstattung innerhalb des Aktionsrahmens im Bereich der öffentlichen Gesundheit, 1997 bis 2001. Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften, Brüssel)

Ziele
c Information und Identifikation über Handlungsbedarf im Gesundheitswesen;
c Monitoring: Berichte über Quantität und Qualität von krankheitsbezogenem Geschehen und Identifikation von Diskrepanzen zwischen Bedarf und Angebot. (T. Ziese: Beginn der Routinephase. Gesundheitsberichterstattung des Bundes. In: Bundesgesundheitsblatt [2000], 43, S. 600–604)

Beauftragte Einrichtungen
Auf Bundesebene: Dem Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin wurde die organisatorische Verantwortung für die Gesundheitsberichterstattung des Bundes übertragen. Das RKI arbeitet eng mit dem Informations- und Dokumentationszentrum der Gesundheitsberichterstattung des Bundes (IS-GBE) beim Statistischen Bundesamt (Wiesbaden) zusammen (T. Ziese, s.o.).
Auf Länderebene: In mehreren Bundesländern wurde die Erstellung von Gesundheitsberichten Landesgesundheitsämtern übertragen; in einigen Ländern erfolgt die Bearbeitung von Gesundheitsberichten in Kooperation zwischen beauftragten Einrichtungen und den Statistischen Landesämtern.
Auf kommunaler Ebene: Gesundheitsberichte werden von den unteren Gesundheitsbehörden oder in Zusammenarbeit mit beauftragten Einrichtungen erstellt. Gesundheitsberichte von Krankenkassen, Rehabilitations-Trägern und so weiter werden von diesen Institutionen veranlasst.

Gesetzliche Grundlagen
Auf Bundesebene: Koalitionsvereinbarung SPD – GRÜNE 1998, VI. Soziale Sicherheit und Modernisierung des Sozialstaates, 3. Leistungsfähiges und bezahlbares Gesundheitssystem für alle.
Auf Landes- und kommunaler Ebene: eigene Gesetze, zum Beispiel Gesetz über den öffentlichen Gesundheitsdienst, NRW (ÖGDG) vom 25. November 1997 (GV. NRW. S. 431)

Konzepte für die Weiterführung der Gesundheitsberichterstattung
Auf Bundesebene: Kommission Gesundheitsberichterstattung berät das RKI bei der Auswahl von Themen. Themenauswahl erfolgt mit den Nutzern. Gesundheitsberichterstattung folgt dem pluralistischen und dezentralen deutschen Gesundheitssystem. Es wurde eine Liste der zu bearbeitenden Themen erstellt, die periodisch in monatlichem Abstand publiziert werden. Heft 1/2000 beinhaltet „Schutzimpfungen“.
Auf Landesebene: Erstellung von Landesgesundheitsberichten über die wichtigsten Themengebiete. Erstellung von thematischen Berichten, zum Beispiel Gesundheit von Kindern und Jugendlichen. Erstellung von Berichten zu Einzelthemen; siehe auch Bundesebene.
Auf kommunaler Ebene: Erstellung von kommunalen Gesundheitsberichten in Übereinstimmung mit der Gesetzgebung zur Gesundheitsberichterstattung der Länder und kommunalen gesundheitspolitischen Schwerpunkten.
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