ArchivDeutsches Ärzteblatt17/2001Epidemien: Überlebensvorteil

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Epidemien: Überlebensvorteil

Dtsch Arztebl 2001; 98(17): A-1116 / B-948 / C-891

Flachsbart, F.

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LNSLNS 1999 erreichte die Zahl der Todesfälle durch Pneumonie und Influenza in 122 Städten der USA für zwölf aufeinander folgende Wochen epidemische Ausmaße. Ausbrüche von Influenza und Meningitis brachten das Nationale Gesundheitssystem Großbritanniens 1999 an den Rand der Dekompensation. Hauptursache dieser Winter-Probleme sind respiratorische Infekte. Influenza ist eine mögliche Ursache. Das Hauptproblem aber ist die sekundäre bakterielle Infektion mit Streptokokken und Meningokokken. Diese Bakterien zeichnen sich durch eine Hypervariabilität der Antigenstruktur aus. Sie überlisten das Immunsystem, es kommt zum „immune es-
cape“. Der Körper muss auf alte Reaktionsmuster zurückgreifen, auf die unspezifische Immun-Abwehr, die „innate immunity“. Dies ist eine Einheit von Gerinnung und Entzündung. Die aggressiven, invasiven Bakterien können Strukturen aufbrechen und in den Körper eindringen. Schutz gegen diese Invasion ist eine erhöhte Thrombose/Fibrose-Neigung. Eine Gruppe von genetischen Veränderungen mag deshalb in kalten Regionen ein Überlebensvorteil sein (Faktor V Leiden gleich Hyperkoagulabilität, Alpha-1-Antitrypsin-Mangel, HLA B 27, Psoriasis).
Dr. med. F. Flachsbart, Eisenacher Straße 6, 37085 Göttingen
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