ArchivDeutsches Ärzteblatt17/2001Hypothermie bei Hirntrauma unwirksam

MEDIZIN: Referiert

Hypothermie bei Hirntrauma unwirksam

Dtsch Arztebl 2001; 98(17): A-1128 / B-962 / C-902

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LNSLNS Nach ersten positiven Berichten über die Anwendung der Hypothermie bei Hirntraumata ergab jetzt eine große nordamerikanische multizentrische Studie zu dieser Fragestellung enttäuschende Ergebnisse. 392 komatöse Patienten mit geschlossenem Schädel-Hirn-Trauma wurden randomisiert entweder für 48 Stunden mittels Hypothermie (33 °C) behandelt oder einer Kontrollgruppe mit Normothermie zugeführt. Zwischen beiden Gruppen waren keine Unterschiede bei den Ergebnissen festzustellen, bei jeweils 57 Prozent war es zu schweren neurologischen Defekten, zum vegetativen Zustand oder zum Tod gekommen. Zwar konnte durch die Hypothermie messtechnisch der Hirndruck gegenüber der Normothermiegruppe abgesenkt werden, für den klinischen Verlauf spielte dies jedoch keine Rolle. Im Gegensatz zeichnete sich die Hypothermiegruppe durch eine höhere Komplikationsrate aus. Die Autoren sehen aufgrund dieser Daten keine Prognoseverbesserung beim schweren Schädel-Hirn-Trauma durch die Hypothermie gegeben. acc

Clifton GL et al.: Lack of effect of induction of hypothermia after acute brain injury. N Eng J Med 2001; 344: 556–563.

Dr. Clifton, Dep. of Neurosurgery, Vivian L. Smith Center for Neurologic Research, University of Texas-Houston Health Science Center, 6431 Fannin, Suite 7148, Houston, TX 77030, USA.

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