ArchivDeutsches Ärzteblatt17/2001Qualitätssicherung medizinischer Informationsangebote im Internet: Schlusswort

MEDIZIN

Qualitätssicherung medizinischer Informationsangebote im Internet: Schlusswort

Dtsch Arztebl 2001; 98(17): A-1134 / B-968 / C-908

Adelhard, Klaus

zu dem Beitrag von Dr. med. Klaus Adelhard in Heft 43/2000
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LNSLNS Die Herausforderungen, die das Internet an Ärzte und das Laienpublikum stellt, sind vielfältig, verändern sich fortlaufend und bleiben daher auch in der Zukunft aktuell. Dies gilt insbesondere auch für die Frage der Qualitätssicherung medizinischer Angebote im Internet. So haben sich neue Entwicklungen ergeben, die in der ursprünglichen Fassung des Beitrags noch nicht erwähnt wurden. Auf die wichtigsten Punkte wurde auch bereits in Leserbriefen hingewiesen. Dazu gehört das Aktionsforum „Gesundheitsinformationssysteme in Deutschland (AFGIS)“ des Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­iums, das sich speziell mit Fragen der Qualitätssicherung von medizinischen Online-Angeboten beschäftigt. Damit soll die Basis für ein umfassendes Gesundheitsinformationsnetz geschaffen werden. Das Projekt medCertain ist ein wichtiger Teil in diesem offenen Forum. Diese Bündelung der existierenden Kräfte ist notwendig, um zu Erfolgen für den Verbraucherschutz und die Unterstützung der Ärzte durch Online-Informationen zu gelangen. Eine entsprechende Initiative durch die Europäische Union wäre ebenfalls begrüßenswert, da das Internet nicht auf einzelne Länder begrenzbar ist.
Auf der Medica 2000 wurde eine Reihe von neuen kommerziellen Aktivitäten vorgestellt, die sowohl Patienteninformationen als auch professionelle Dienstleistungen für Ärzte und Krankenhäuser anbieten. Damit wächst auch das Angebot an E-Commerce-Lösungen im medizinischen Bereich, die bis dato einen geringen Anteil an den medizinischen Angeboten im Internet einnehmen. Die notwendige Ausweitung des Verbraucherschutzes auf das Internet ist ein wichtiger Schritt, der den Online-Handel fördern wird.
Immer häufiger wird eine sicherere Identifizierung der Kunden im Internet gefordert. Für den Zugriff auf patientenbezogene Daten ist dies aus ethischen und juristischen Gründen unabdingbar. Der digitale Arztausweis (Health Professional Card), wie er für Deutschland konzipiert ist, entspricht dieser Forderung. Für den Online-Handel existiert jedoch kein zwingender Grund für eine eindeutige Identifizierung der Kunden, da im Regelfall nur die Bezahlung der Güter oder Dienstleistungen sichergestellt werden muss. Übergreifende Kundenprofile, die nicht nur Auskunft über Kaufgewohnheiten, sondern auch über allgemeine Informationsbedürfnisse und speziell Gesundheitsprobleme geben können, müssen vermieden werden. Das Recht auf eine anonyme Identität im Internet bekommt speziell im Gesundheitsbereich eine große Bedeutung. Die Nutzung des Internet wird in Zukunft immer stärker von der Sicherheit des Systems abhängen. Dies betrifft die inhaltliche Qualität genauso wie die Rechtssicherheit. Von staatlicher Seite wurden Schritte unternommen, die durch Forschungsaktivitäten der Universitäten und von kommerziellen Anbietern mit getragen und gefördert werden. Ärzte und Patienten werden verstärkt die Möglichkeit nutzen und damit auch zu einer Veränderung des Gesundheitswesens in Deutschland beitragen.

Dr. med. Klaus Adelhard
Institut für Medizinische Informationsverarbeitung,
Biometrie und Epidemiologie
Marchioninistraße 15, 81377 München
E-Mail: ade@ibe.med.uni-muenchen.de

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