ArchivDeutsches Ärzteblatt18/2001Arzneimittel: Generika statt Import

THEMEN DER ZEIT

Arzneimittel: Generika statt Import

Dtsch Arztebl 2001; 98(18): A-1168 / B-970 / C-913

Jürgens, Philip

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LNSLNS Nur rund ein Drittel der Medikamente mit Zulassung für Deutschland ist durch EU-Staaten ersetzbar.

Arzneimittel aus dem europäischen Ausland sind nach Angaben von Importeuren und Apothekerverbänden durchschnittlich zehn Prozent preisgünstiger als in Deutschland. Aber nur rund ein Drittel der Medikamente mit Zulassung für Deutschland ist durch Importe aus EU-Staaten ersetzbar. Zurzeit werden 15 Prozent dieses ersetzbaren Drittels importiert.
Der Vorsitzende des Verbandes der Arzneimittelimporteure Deutschlands, Edwin Kohl, forderte in Berlin, die Importquote auf 25 Prozent zu erhöhen. Dadurch könnten die Krankenkassen 125 Millionen DM jährlich sparen. Auch die Apotheker verdienten mehr, meinte Kohl, würden sie mehr Medikamente aus dem EU-Ausland verkaufen. Es sei nicht plausibel, warum sich die Apothekerverbände gegen eine Erhöhung der Importquote sträubten.
Beratungsbedarf
Gegen Import sei zwar grundsätzlich nichts einzuwenden, erklärte der Vorsitzende der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, Hans-Günter Friese. Die importierbare Menge Arzneimittel sei jedoch so gering, dass sich Deutschland nicht flächendeckend mit einer bestimmten Quote versorgen lasse. „Das verunsichert die Patienten“, meinte Friese. Die benötigten Medikamente seien nicht immer vorrätig. Außerdem habe die importierte Ware zwar deutschsprachige Packungsbeilagen und Etiketten, komme aber zum Beispiel einmal aus Spanien und ein anderes Mal aus Frankreich.
Der hier geforderte Beratungsbedarf erhöhe die Kommunikationskosten der Apotheker. Zudem sei der Markt für innovative Arzneimittel eng; die Pharmafirmen seien nicht an Überproduktion interessiert. Die Krankenkassen könnten vor allem sparen, wenn die Quote an Generika stiege. Die wirkstoffgleichen Alternativen seien preisgünstiger als die Originale und verunsicherten die Patienten weniger als Importware. Philip Jürgens
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