ArchivDeutsches Ärzteblatt37/1996Renault-Studie „Next“: Ein Auto mit drei Motoren

VARIA: Auto und Verkehr

Renault-Studie „Next“: Ein Auto mit drei Motoren

Hecker, Guido

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LNSLNS In Paris wird zur Zeit an einem ungewöhnlichen und vor allem zukunftsweisenden Auto gebastelt. Dabei ist es nicht die moderne Optik, die den Next – eine Studie von Renault – so anders sein läßt, sondern seine Antriebstechnik: Der Next ist ein Hybridfahrzeug und verfügt über mehrere Motoren von unterschiedlicher Betriebsart.


Genaugenommen sind es ein Verbrennungsmotor über der Vorderachse und zwei zusätzliche Elektromotoren an den beiden Hinterrädern. Diese Kombination dreier Antriebsmaschinen wird nun über einen Zentralcomputer, den Supervisor, völlig unabhängig vom Fahrer geregelt. Der Supervisor entscheidet je nach Geschwindigkeit oder Fahrsituation über den jeweils einzusetzenden Motor. Beim Anfahren oder bei Geschwindigkeiten bis zu 40 km/h treiben die Elektromotoren den Next an, dann erst wird der 750-ccm-Verbrennungsmotor zugeschaltet. Wenn es schneller gehen soll, schaltet der Rechner den Heckantrieb aus und lädt mit dem Ottomotor gleichzeitig beim Fahren die Batterien auf. Ist starke Beschleunigung gefragt, darf der Strom wieder fließen. Beim Bremsen wiederum werden die Elektromotoren gleichfalls automatisch zugeschaltet – sie bieten zusätzlichen Rollwiderstand und laden dabei ebenfalls die Batterien wieder auf.
Nach Angaben von Renault verbraucht der Next im Durchschnitt 3,4 Liter auf 100 Kilometern; angegeben werden dabei Geschwindigkeiten von 142 km/h (Verbrennungsmotor) und 167 km/h (alle drei Motoren). Diese sehr günstigen Verbrauchswerte werden unter anderem durch die Verwendung von ausgesucht leichten Materialien möglich. Trotz der 150 Kilogramm schweren Batterien ist der Next noch 90 kg leichter als der Renault 19 mit 1,4-Liter-Maschine. Mit einer Länge von vier Metern und einer Breite von 1,75 Metern erfüllt er dabei alle Anforderungen eines Fahrzeugs der unteren Mittelklasse. Auch in der Raumaufteilung überrascht der Next: drei Sitze vorne, zwei hinten. Eine weitere technische Neuerung ist ganz sicher gewöhnungsbedürftig: Der Next hat keine Spiegel, sondern Kamera und Minibildschirm für die Sicht nach hinten. Allerdings: Niemand kann derzeit sagen, ob das Auto mit der "intelligenten" Antriebskombination und den günstigen Verbrauchswerten jemals in Serie gehen wird. Renault Deutschland kennt außer einer Projektbeschreibung keine weiteren Details. Das Auto, so Renault in Frankreich, existiert im Prinzip im "Computer", der den mühsamen Modellbau inzwischen ersetzt – jedenfalls bei Studien. Der Next, so er denn tatsächlich in absehbarer Zeit kommen wird, könnte ein richtiges Drei-Liter-Auto werden. Guido Hecker

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